Stolberg/Eschweiler: IG Metall: Jenifer Schade als erste Frau Politischer Sekretär

Stolberg/Eschweiler: IG Metall: Jenifer Schade als erste Frau Politischer Sekretär

Fragen der aktuellen wirtschaftlichen Entwicklung vor Ort standen im Mittelpunkt der Versammlung, zu der sich 42 stimmberechtigte Mitglieder der IG Metall Stolberg im Eschweiler Kulturzentrum Talbahnhof eingefunden hatten. Höhepunkt war der Rechenschaftsbericht des Ersten Bevollmächtigten Martin Peters.

Peters, der die Versammlung gemeinsam mit der frisch gebackenen Politischen Sekretärin Jenifer Schade und Gewerkschaftssekretär Ralf Radmacher leitete, unterzog zu Beginn die Kooperation mit den Metallern in Düren (Peters fungiert dort als Stellvertreter seine Kollegen Paul Zimmermann, der seinerseits Vize in Stolberg geworden ist) einer (selbst)kritischen Betrachtung, wertete aber insgesamt die „vertiefte Zusammenarbeit“ mit der benachbarten Ortsverwaltungsstelle als Erfolg.

Erstmals übernimmt eine Frau das Amt des Politischen Sekretärs der IG-Metall-Ortsverwaltung Stolberg/Eschweiler: Jenifer Schade stellte die Kampagne „Mehr Rente — mehr Zukunft“ vor. Er unterzog derweil die wirtschaftliche Entwicklung der Metallbranche in Stolberg und Eschweiler einer genauen Betrachtung: der Erste Bevollmächtigte Martin Peters bei der Delegiertenversammlung im Talbahnhof. Foto: Christoph Hahn

Prym-Verhandlungen

Ein Gleiches tat er im Hinblick auf die gemeinsam mit der SPD und der Industriegewerkschaft Bergbau-Chemie-Energie organisierte Kundgebung auf dem Willy-Brandt-Platz, merkte aber auch mit etwas Wehmut und Sehnsucht an: „Wir werden sehen, ob im nächsten Jahr der Kaiserplatz wieder verfügbar sein wird.“

Zudem stellt der Bevollmächtigte den Delegierten Jenifer Schade als neue Politische Sekretärin mit Schwerpunkt in der Jugendarbeit vor: „Erstmals übernimmt eine Frau diese Funktion.“ Schade bewies kurz darauf ihre Kompetenz: Sie stellte ihren Zuhörern die IG-Metall-Kampagne „Mehr Rente — mehr Zukunft“ vor.

Detailliert unterwarf Peters die Tarifrunde im Mai dieses Jahres einer Betrachtung. Bei der Firma Prym seien, obwohl dieser Betrieb nicht tarifgebunden ist, „die Verhandlungen konstruktiv verlaufen“. Das gelte aber nicht für alle Unternehmen: „Bei Hoven war der Arbeitgeber zunächst etwas störrisch“, resümierte der Gewerkschafter die Gespräche mit den Managern des auf dem Brockenberg in Stolberg ansässigen Spezialisten für Hydraulikanlagen.

Bei dem gleichfalls in der Kupferstadt ansässigen Peltzer-Werken, die ihre Insolvenz in Eigenregie abwickeln. Gebe es indes „nichts Neues“.

Grundsätzlich optimistisch beurteilte Peters schließlich die Zukunft der ESW-Werke in Eschweiler, die nach längerer Insolvenz von einem italienischen Investor übernommen werden — trotz zahlreicher Entlassungen in der Zwischenzeit: „Ich glaube, dass auch in Zukunft an der Auestraße noch Röhren hergestellt werden.“

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