Hundesteuer: Stolberg teures Pflaster für Vierbeiner

Hundesteuer : Stolberg ist teures Pflaster für Vierbeiner

4328 Hunde leben derzeit gemeldet in Stolberg. Eine halbe Millionen Euro an Hundesteuer nimmt die Stadt jährlich ein.

Sie ist über 200 Jahre alt und hat schon für reichlich Diskussion gesorgt: die Hundesteuer. Offenbach am Main war 1807 die erste Kommune, die eine Hundesteuer einführte, damals zur Tilgung von Kriegsschulden. Das Beispiel machte Schule, mittlerweile wird in allen Kommunen in NRW die Hundesteuer eingezogen. Der Bund der Steuerzahler hat jetzt zum ersten Mal erfasst, wie viel in den Kommunen in NRW für „den besten Freund des Menschen“ bezahlt werden muss.

Stolberg liegt in dieser Liste im oberen Drittel. 2012 wurde die Hundesteuer im Rahmen der notwendigen Haushaltssanierung zum letzten Mal erhöht, gemeinsam mit der Gewerbesteuer und der Grundsteuer. „Seitdem sind die Steuern konstant geblieben, eine Erhöhung ist nicht geplant“, erklärt Roland Gilleßen, Abteilungsleiter „Steuern und Gebühren“ der Stadt.

Für viele Menschen ist das erfreulich, denn die Stolberger müssen bereits tief in die Tasche greifen: 102 Euro kostet der erste Hund, bei zwei Hunden werden 300 Euro fällig und kommt ein dritter Hund in die Familie sind es sogar 612 Euro. Schafft man sich einen Listenhund an, gemeinhin auch als Kampfhunde bezeichnet und steuerlich als „gefährliche Hunde“ geführt, sind sogar 750 Euro fällig. Nach dem Landeshundegesetz gehören der Pitbull Terrier, der American Staffordshire Terrier, der Staffordshire Bullterrier und der Bullterrier sowie deren Kreuzungen zu diesen Hunden.

In der Kupferstadt leben derzeit 4328 Hunde, 17 davon sind Listenhunde. 51 Hunde sind steuerbefreit, darunter fallen Begleithunde, Polizeihunde und Hunde von Förstern. Befreit sind auch Hunde, die aus dem Aachener Tierheim stammen und mindestens acht Jahre alt sind. Wer ein jüngeres Tier aus dem Tierheim übernimmt, kann für ein Jahr von der Steuer befreit werden. Für Menschen mit geringem Einkommen bietet die Stadt einen um 50 Prozent verminderten Satz an. Insgesamt fließen jährlich rund eine halbe Millionen Euro durch die Steuer in die Stadtkasse.

Am günstigsten ist der eigene Hund übrigens in Lienen bei Osnabrück. Gerade einmal 24 Euro werden für den ersten Hund fällig. 180 Euro müssen hingegen in Hagen, teuerste Stadt in NRW, schon für den ersten Hund bezahlt werden, 78 Euro mehr als in Stolberg und sogar 156 Euro mehr als in Lienen.

In der Region unterscheiden sich die Steuersätze nicht so deutlich: in Aachen (120 Euro) und Würselen (108 Euro) ist der erste Hund sogar etwas teurer als in Stolberg. Bei zwei Hunden liegen die Kupferstadt und Heimbach mit jeweils 300 Euro gleich auf. Der dritte Hund ist in Stolberg am teuersten, es folgt mit 510 Euro Würselen. Die niedrigsten Steuern zieht Baesweiler ein: ein Hund kostet 75 Euro, zwei Hunde 180 und drei Hunde 360 Euro.