Stolberg-Münsterbusch: Humor und Schlagfertigkeit: Großes Auditorium bei Kabarettabend

Stolberg-Münsterbusch: Humor und Schlagfertigkeit: Großes Auditorium bei Kabarettabend

Dass der Weg in die große Politik mitunter nicht ganz einfach ist, müssen auch Elsbeth Kokoschinski (Gabi Weber-Körner) und Frieda Schräuble (Sibylle Clement) erfahren. Denn bevor sie im Parlament Platz nehmen können, müssen beispielsweise Rhetorikseminare absolviert werden und steht die mühevolle Auseinandersetzung mit Vegetariern, Fleischessern, Ökofreaks und Atomkraftbefürworter auf der Tagesordnung.

Da die unterschiedlichen Frauen — Kokoschinski ist Rheinländerin und Schräuble Schwäbin — sich mehr oder weniger als Team verstehen, kämpfen die beiden mal mit- und mal gegeneinander und machen sich beim Aufstieg auf der Karriereleiter gegenseitig das Leben schwer: Diese amüsante Story wurde jetzt im Pfarrheim an der Herz-Jesu- Kirche von dem aus Bonn stammenden Duo „Die Weberinnen“ in Szene gesetzt. Das „Raus aus dem Sessel“ betitelte Stück war ein Angebot der örtlichen Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) an die Mitglieder der Münsterbuscher Ortsgemeinde. „2010 anlässlich unseres Jubiläums hatten wir das kabarettistische Duo schon einmal zu Gast.

Der damalige Erfolg hat uns bestärkt, das Stück zu einem späteren Zeit im größeren Rahmen noch einmal anzubieten“, versicherte kfd-Sprecherin Resel Borgmann, die mehr als 90 Besucher begrüßen konnte. Und diese kamen voll auf ihre Kosten. Schließlich nutzten Kokoschinski und Schräuble die kleine, imaginäre Bühne, um unverblümte Frechheiten preis zu geben und ihre Dialoge, die sowohl vom rheinischen wie vom schwäbischen Dialekt geprägt waren, mit Witz, Humor, Schlagfertigkeit und Komik anzureichern.

Dabei wurden auch Themen wie Frauenquote, demografischer Wandel, Konsumverhalten, Erziehungsprobleme und das öffentliche Serviceangebot angesprochen. Auch wenn die beiden Frauen ansonsten in bürgerlichen Berufen tätig sind — Gabi Weber-Körner ist Sozialarbeiterin und Sibylle Clement ist Lehrerin — wurde das unterhaltsame und abwechslungsreiche Stück von großer Professionalität dominiert. Für Abwechslung sorgten auch die musikalischen Einlagen von der aus Heilbronn stammenden Sibylle Clement, die für die Darbietung ihrer Liedvorträge das Klavier nutzte.

Den Zuschauern gefiel das humorvolle, aber dennoch tiefsinnige Programm. Immer wieder wurden die einzelnen Spielszenen von kräftigem Applaus und herzhaftem Gelächter unterbrochen. Zu Ende ging das Stück in dem Bewusstsein, „dass einem mitunter der Spiegel vorgehalten wurde“ wie eine Besucherin stellvertretend für viele, beim Verlassen des kleinen Saales feststellte.

(dö)