Kommentar zur drohenden Zusammenlegung der Notdienstpraxen: Hoffentlich ist es noch nicht zu spät

Kommentar zur drohenden Zusammenlegung der Notdienstpraxen : Hoffentlich ist es noch nicht zu spät

Sollte es wirklich zu der Entscheidung kommen, dass die beiden Praxen zusammengelegt werden, kann es darauf eigentlich nur eine Reaktion geben: Unverständnis.

Gerade Stolberg ist in Sachen medizinische Versorgung sowieso schon gebeutelt. In sieben Stadtteilen ist noch nicht einmal ein Hausarzt angesiedelt.

Unterversorgt ist Stolberg dennoch nicht. Das gibt zumindest die KV an. Die sagt nämlich, dass der Versorgungsgrad in Stolberg bei 110 Prozent liegt. Ein verzerrtes Bild der Realität, wenn man bedenkt, dass beispielsweise 94 Prozent aller Personen aus Schevenhütte, 62 Prozent der Gressenicher und 52 Prozent der Werther sechs oder mehr Kilometer zu ihrem Hausarzt zurücklegen müssen. Das ergab eine Bürgerbefragung, die die Stolberger Verwaltung im Rahmen des Aktionsplans Inklusion durchführte. Und damit nicht genug. Insgesamt 68 Prozent aller Befragten fahren mit dem eigenen Auto zum Hausarzt, 14 Prozent sind Mitfahrer und 13 Prozent nutzen den Bus.

Doch es gibt auch eine gute Nachricht. Und den liefert die KV selbst Schwarz auf Weiß. „Wann und ob über definitive Änderungen in der Notdienststruktur entschieden werden könnte, steht zum jetzigen Zeitpunkt nicht fest“, teilte man auf unsere Anfrage mit. Wenn das stimmt, gibt es also noch eine Chance für den Erhalt und die muss genutzt werden. Es könnte die letzte sein. Aber an Widerstand ist es bei diesem Thema in Stolberg noch nie gescheitert.