Hobby- und Künstlermarkt im Kasino der Donnerbergkaserne

Hobby- und Künstlermarkt : Eine enorme Bandbreite an Kunsthandwerk

Es ist eine Erfolgsgeschichte, die vor inzwischen mehr als 15 Jahren begann und vor Jahresfrist ihren vorläufigen Höhepunkt fand. Rund 1200 Besucher durchstöberten am ersten Novembersonntag 2018 das Kasino der Donnerberg-Kaserne auf der Suche nach in liebevoller und einfallsreicher Handarbeit gefertigten „Schätzchen“ und wurden oftmals fündig.

Am kommenden Sonntag steht nun die nächste Auflage der Hobby- und Künstlerausstellung der Unteroffizier-Heimgesellschaft Donnerberg (UHG) auf dem Programm und der Macher, Heinrich Walter, kann sich in Sachen Aussteller wieder über ein volles Haus freuen.

Wenn sich um 10 Uhr die Türen des Kasinos öffnen, präsentieren nahezu 50 Ausstellerinnen und Aussteller ihr Kunsthandwerk, dessen Bandbreite unter anderem von Schmuck, Glückwunschkarten und Besteck über Strick- und Häkelarbeiten bis hin zu Holzspielzeug, Patchwork, Keramik und Töpferei reicht. „Wir können mit Fug und Recht behaupten, dass die Tendenz seit der Premiere unserer Ausstellung sowohl bei den Teilnehmern als auch den Besuchern in jedem Jahr nach oben zeigt“, so Heinrich Walter.

Der 70-jährige ehemalige Soldat ist auch als inaktiver UHG'ler, die gute Seele der Initiative, deren Grundidee auch darauf basiert, Spenden für den guten Zweck einzunehmen. „Die Aussteller sind bereit, 20 Euro Standgebühr zu bezahlen. So konnten wir in der Vergangenheit bereits die Stolberger und Eschweiler Tafel, das Bundeswehr-Sozialwerk, die Onkologie am St.-Antonius-Hospital in Kooperation mit dem Friedensdorf Oberhausen oder auch die Aktion Menschenskind des Betlehem-Gesundheitszentrums unterstützen“, erläutert Heinrich Walter, der auch der Zukunft des Hobby- und Künstlermarktes optimistisch entgegenblickt. „Ich gehe fest davon aus, dass bereits am Sonntag die ersten Nachfragen für das nächste Jahr erfolgen werden.“

Hobbykunst auf hohem Niveau erwartet am Sonntag die Besucher der Ausstellung der UHG Donnerberg. Foto: Heinrich Walter

Im Januar laufe dann der heimische Computer in Sachen Anmeldungen endgültig heiß, weiß der Organisator zu berichten. Heinrich Walter selbst wird in jedem Jahr ab Mai aktiv. Dann nimmt er anhand seiner Liste Kontakt zu den Ausstellungsstammgästen auf und bittet um feste Zu- oder Absage. Erfolgt (in Ausnahmefällen und beinahe ausschließlich aus nachvollziehbaren Gründen) letzteres, stehen auf der Warteliste prompt Nachrücker bereit. „Neben unseren regelmäßigen Ausstellern können wir aber auch in jedem Jahr Neulinge begrüßen, die unsere Ausstellung bereichern und noch abwechslungsreicher machen“, freut sich Heinrich Walter, und weist darauf hin, dass das Spektrum nicht nur bei den ausgestellten Kunstwerken breit ist, sondern auch bei den Ausstellern. „Wir begrüßen Hobbykünstlerinnen und -künstler von unter 30 bis über 70 Jahren.“ Die Vorfreude steigt also.

Am Donnerstag beginnen die konkreten Vorbereitungen, am Samstag erfolgt der Aufbau durch die Aussteller, und am Sonntag wird bis 17 Uhr erneut eine vierstellige Besucherzahl angestrebt. Dass diese Zielsetzung realistisch ist, glaubt auch Markus Klein. Der Soldat engagiert sich im Vorstand der UHG Donnerberg, die derzeit rund 200 Mitglieder zählt. „Etwas mehr als die Hälfte davon sind inaktive Mitglieder. Das heißt, sie sind aus dem aktiven Dienst als Soldat ausgeschieden“, erklärt der Unteroffizier, der mit seinen Kameradinnen und Kameraden natürlich auch für UHG-Aktivitäten über die Hobby- und Künstlerausstellung hinaus verantwortlich zeichnet.

„Im Sommer steht immer das Saugrillen auf dem Programm. Weiterhin organisieren wir in jedem Quartal einen Kameradschaftsabend“, berichtet Markus Klein. Dem Standort geschuldet kommt natürlich auch die fünfte Jahreszeit in der Donnerberg-Kaserne keinesfalls zu kurz. „Inzwischen blicken wir auf 25 Prinzenfrühstücke mit den Tollitäten aus Eschweiler und Stolberg zurück“, macht der UHG'ler deutlich.

Eine im besten Sinne turbulente Tradition gehört jedoch der Vergangenheit an: Die Karnevalssitzung der in der Donnerberg-Kaserne beheimateten Jecken Korporale, bei der sich die Narren der Inde- und der Kupferstadt auf der Bühne die Klinke in die Hand gaben, findet nicht mehr statt. „Irgendwann sind uns einfach die Besucher weggebrochen“, nennt Heinrich Walter den Grund für das Einstellen dieser außergewöhnlichen Veranstaltungsreihe. Ein Schicksal, das der Hobby- und Künstlerausstellung der UHG unbedingt erspart bleiben soll. Die bisherige Erfolgsgeschichte spricht bisher jedoch eine deutliche Sprache.

Mehr von Aachener Zeitung