Stolberg: Hidayet Celik und Arife Akbas sind neue Pächter der Stadthalle

Stolberg: Hidayet Celik und Arife Akbas sind neue Pächter der Stadthalle

Die Vorbereitungen für die Galasitzung der Ersten Großen Karnevalsgesellschaft sind in vollem Gange. Zwischen dem Bühnenaufbau gilt es noch, einige organisatorische Dinge zu klären.

„Die Gäste bekommen doch 0,2-Liter-Gläser?”, fragt Heinz Hartmann, Präsident der Ersten Großen sicherheitshalber noch einmal nach. „Ja, nur auf der Bühne gibt es 0,3er-Gläser.

„Und die Tischdecken kommen heute noch, so dass Sie morgen früh die Tischnummerierung vornehmen können”, antwortet Hidayet Celik. Celik und Arife Akbas sind die neuen Pächter der Stolberger Stadthalle. Seit Januar führt das Betreiber-Duo die Stadthalle, und hat zuerst den Festsaal komplett neu renoviert.

Neues Ambiente im Obergeschoss

Derzeit wird das Foyer im Obergeschoss gestrichen. Diese Arbeit wird noch vor dem Samstag abgeschlossen sein, doch weitere Veränderungen stehen ins Haus: „Wir wollen den Bereich im Obergeschoss umgestalten, zum Beispiel mit neuem Mobiliar und neuer Schenktheke. Hier oben möchten wir ein ansprechendes Ambiente schaffen, auch um einen zweiten kleineren Veranstaltungsraum zur Verfügung zu haben”, beschreibt Celik.

Arife Akbas hebt hervor, in der Stadthalle sollten künftig nicht nur Hochzeiten und Großveranstaltungen gefeiert werden: „Das neugestaltete Foyer im Obergeschoss wird sich auch für Geburtstage, Kommunionen, Jubiläen und mehr eignen.”

Weiteres Nahziel von Akbas und Celik sei, den Außenbereich freundlicher erscheinen zu lassen. „Aber da wir nicht alles auf einmal machen können und gerade Karneval ist, werden wir die Verschönerungen Schritt für Schritt vornehmen”, erklärt Arife Akbas.

Sie ist die Tochter von Sami Akbas, gemeinsam mit seinem Bruder Ali Akbas Eigentümer der Stadthalle, und die erst 19-Jährige verkörpert den jungen Elan im Pächter-Duo. „Für mich ist es natürlich wichtig, dass ich von Hidayet Celiks Erfahrung profitieren und lernen kann”, sagt Arife Akbas. Celik (41) ist Geschäftsführer von „Zehra Braut- und Abendmoden” und seit acht Jahren im Bereich Eventorganisation tätig, hat zahlreiche große Veranstaltungen betreut.

Er lebt seit 15 Jahren in Stolberg mit seiner Frau Nagihan, einer gebürtigen Stolbergerin, die in der Kupferstadt als Kinderkrankenschwester tätig ist.

Lob von KG De Wenkbülle

Der Einstand der neuen Betreiber sei Akbas und Celik bereits sehr gut gelungen, berichtet Bernd Schöneweiß, 1. Vorsitzender der KG De Wenkbülle, die am vergangenen Samstag ihre Galasitzung in der Stadthalle abhielt: „Ein Willkommen-Plakat und ein Glas Sekt für jeden Gast bereitete uns zunächst einen schönen Empfang. Es gab Knabbereien auf den Tischen und eine große Getränkeauswahl. Personal, das freundlich und zuvorkommend war, gab es genug, so dass die Bewirtung wirklich gut funktioniert hat. Unser Fazit ist rundum positiv.”

Ein eher durchwachsenes zieht indes Cedvet Genç, knapp drei Jahre lang Pächter der Stadthalle. „Es war eine schöne Zeit in Stolberg, aber sie war für uns auch schwierig”, sagt Genç, der mit seiner Frau Veda zurzeit eine neue 1800 Quadratmeter große Halle am Aachener Kreuz in Würselen einrichtet.

Schwierig sei das Verhältnis zu den Eigentümern gewesen, führt er aus. Zwei Winter lang sei die Stadthalle ohne funktionierende Heizung gewesen, die Lüftungsanlage habe nicht richtig gearbeitet, zerbrochene Fensterscheiben seien nicht ersetzt worden und Reparaturen im Außenbereich seitens der Eigentümer ebenfalls nicht vorgenommen worden, zählt Genç auf.

„Ali und Sami Akbas haben einfach nichts in die Stadthalle investiert, obwohl sie als Eigentümer jeden Monat Geld von der Stadt dafür bekommen”, so Genç.

46.000 Euro von der Stadt

Tatsächlich erhalten die Eigentümer gemäß des 1990 mit der Stolberger Stadtverwaltung geschlossenen Vertrags über 30 Jahre monatlich einen Beitrag zu den Wirtschaftskosten der Stadthalle, insbesondere zur Instandhaltung des Festsaals - ein Beitrag, der sich auf rund 46.000 Euro im Jahr summiert.

Der Kritik Gençs hält Ali Akbas entgegen, die Eigentümer seien ihrerseits mit dem ehemaligen Pächter nicht zufrieden gewesen. „Cedvet Genç hat sich nicht immer gut um die Stadthalle gekümmert, auch organisatorisch.

„Einvernehmlich getrennt”

Und Schäden, die während Veranstaltungen entstanden sind, musste laut unserem Pachtvertrag der Pächter selbst beheben. Trotz der Probleme, die wir miteinander hatten, haben wir uns aber einvernehmlich getrennt”, betont Ali Akbas.

Letzterem stimmt Genç zu, den Blick nun ebenso wie die Eigentümer und die neuen Betreiber der Stadthalle nach vorne gerichtet.

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