Stolberg: Heimatdichter Hirtz: Kupferrolle hält Platt lebendig

Stolberg: Heimatdichter Hirtz: Kupferrolle hält Platt lebendig

Aus der Kälte ins Warme, und das nicht nur temperaturmäßig, sondern auch aufgrund der Atmosphäre — das genossen am Mittwoch etwa 90 Senioren beim 42. Vichter Nachmittag. Diesmal trug der Vichter Dichter und Heimatautor Franz-Willi Hirtz etwa 20 weihnachtliche selbst geschriebene Gedichte und Geschichten vor — überwiegend auf Platt.

Hirtz nennt das Hochdeutsche seine „Fremdsprache“, und er weiß, dass das Platt aussterben wird. Das bedauert er, doch er hat vorgesorgt: Eine im Garten vergrabene Kupferrolle mit Werken in Platt soll bei eventueller Ausgrabung in vielen Jahren dafür sorgen, dass man sich noch mal mit dem Platt beschäftigt. Beim Vich­ter Nachmittag war vom Aussterben des Platts nichts zu spüren.

Das lachende und klatschende Publikum war begeistert von den Mundart-Geschichten. In diesen ging es um Weihnachtskarten, die Jahreszeiten oder das Begräbnis eines verstorbenen Hundes. In „Ängel“ erzählt Hirtz davon, dass es Engel mit und ohne Flügel gibt, und ein Weihnachtsmärchen über „Winnetu“ ist auch dabei.

Eine Geschichte über ein neues Fahrrad schließt Hirtz mit einer Weisheit ab: Besser Platt sprechen als Platt fahren! Hirtz hat bereits knapp 800 Stücke geschrieben. Das ist seit 40 Jahren sein großes Hobby.

Organisator Rudi Dreuw war froh über den Vortrag des Heimatkünstlers und scherzte: „Ich gratuliere mir, dass ich dich eingeladen habe.“ Als kleine Überraschung trug auch Margot Holly ein Gedicht vor. Die Vichter Senioren genossen den Nachmittag sichtlich. In der Pause plauderten sie ausgelassen, und während des Vortrags amüsierten sie sich köstlich.

(akl)