Hauskonzert in Zweifall

Hauskonzert in Zweifall : Japanerin Eba Arao erreicht Halbfinale bei Klavierwettbewerb

Seit sieben Jahren gibt es in Geilenkirchen den Internationalen Klavierwettbewerb. Hochbegabte Stars der Pianokunst, die alle schon um den Globus gereist sind und viele Menschen in vielen Ländern verzaubert haben, stellen ihr Können eine Woche lang unter Beweis.

Dazu kommen erstklassige Konzerte und etablierte Meisterkurse. Beim Wettbewerb um den mittlerweile 8. Euregio Piano Award haben in diesem Jahr achtzig Teilnehmer aus über dreißig Ländern mitgemacht.

Sechs Klaviersonaten Mozarts

Unter ihnen war die junge Japanerin Eba Arao, die in der Kategorie von 18 bis 32 Jahren das Halbfinale im Piano Award erreichte. Wie hoch das Niveau ist, zeigte eines der Hauskonzerte, für die sich Florian Koltun und seine Ehefrau Xin Wang auch über Geilenkirchen hinaus stark machen. Das Künstlerduo setzt sich verstärkt für die Kultur und deren Erhaltung im ländlichen Raum ein.

Die junge Frau aus Tokio, die lange in London gelebt hat, spielte am Sonntagmorgen in der Jägerhausstraße Werke von Mozart, Debussy, Liszt, Ravel und Barber und erntete im privaten Kreis Bewunderung und großen Respekt. Aus einem Zyklus von sechs Klaviersonaten Mozarts hatte sie die vierte gewählt und spielte die drei Sätze – Adagio, Menuetto I-II und Allegro – fantasiereich und lustvoll.

Kirchenglocken und ein leises Rauschen fallender oder das Rascheln am Boden liegender Blätter kamen in den Bildern von Claude Debussy zum Ausdruck. Die französischen Komponisten liegen Eba Arao besonders gut. So zählte das Stimmungsbild Maurice Ravels „Oiseaux tristes“ ebenfalls zu den Höhepunkten.

Nach Franz Liszt „Funeral“, das sie mit viel Kraft und Energie zum Besten gab, war Amerikanisches angesagt. Die einzige Sonate von Samuel Barber, in der der Komponist klassizistische Einflüsse und Elemente des Jazz verarbeitet hatte, war mehr als süßlich-sentimental.

Der lang anhaltende Beifall der 25 Gäste forderte von der jungen Frau noch eine Zugabe. Der kam sie gerne mit einer technisch und virtuos effektvollen Bilder-Etüde von Sergej Rachmaninovs nach und beendete mit dieser Klavier-Matinée ihre Konzerttätigkeit in Europa. Bei dem anschließenden Empfang bestand reichlich Gelegenheit, mit der Künstlerin ins Gespräch zu kommen.

So erfuhren die Gäste, dass sie im Alter von fünf Jahren mit dem Klavierspiel begonnen hat und ihre Mutter, eine Sängerin, sie früh mit der Klassik vertraut gemacht hatte. Im vergangenen Jahr habe sie geheiratet und freue sich nun auf ihr erstes Kind, das sie im November erwarte.

(mlo)
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