Stolberg: Haus 90 wird ein Heim für Flüchtlinge

Stolberg: Haus 90 wird ein Heim für Flüchtlinge

Übers Jahr hat sich die Diskussion um die Kupferstädter Unterkünfte für Aussiedler, Asylbewerber und Obdachlose hingezogen. Im Raum stand bis zuletzt auch ein Antrag der CDU, die sich mit Nachdruck für die Veräußerung der Gebäude Wiesenstraße 90 bis 94 einsetzte.

Doch die Mehrheit im Sozialausschuss des Stadtrats entschied in der vergangenen Woche anders. Fachbereichsleiter Willi Seyffarth formuliert es so: „In die Liegenschaft in der Velau zu investieren, lohnt sich nicht.” Sie zu verkaufen, sei wirtschaftlicher, als die Gebäude an der Wiesenstraße zu veräußern.

Und weil die Zahl der Aussiedler wegen politischer Veränderungen rückläufig sei, könnten an der Wiesenstraße 90 - wie beschlossen - auch vorübergehend Asylbewerber untergebracht werden. Obdachlose sollen weiterhin in den Gebäuden am Kelmesberg Platz finden.

Bedingung für die Unterbringung von Asylbewerbern an der Wiesenstraße ist, dass Haus Nummer 90 von der Bezirksregierung die Umwidmung vom Übergangswohnheim für Aussiedler zum Übergangswohnheim für Flüchtlinge erhält. Seyffarth hegt keine Zweifel, dass dies problemlos vonstatten gehen werde.

Was die Aufnahme von Asylbewerbern angehe, könne man keine bestimmten Wohnungskapazitäten vorhalten, sondern müsse bei entsprechenden Zuweisungen durch die zentrale Aufnahmestelle in der Lage sein, flexibel zu reagieren. Bisher waren Asylbewerber wegen des schlechten Zustandes des Gebäudes Prämienstraße 84 - wo der Sozialdienst katholischer Frauen inzwischen eine Notschlafstelle für Jugendliche eingerichtet hat - in den Obdachlosenunterkünften Kelmesberg untergebracht. Paragraf 1 des Flüchtlingsaufnahmegesetzes verpflichtet die Gemeinden, die zugewiesenen Menschen aufzunehmen und unterzubringen. Die Unterkünfte sind „nicht selbstständige Anstalten öffentlichen Rechts”.

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