Stolberg: Hat die Tollität auch Kupfer in den Adern?

Stolberg: Hat die Tollität auch Kupfer in den Adern?

Der Karneval in der Kupferstadt ist in Bewegung, und er beginnt pünktlich am 11.11. um 19.11 Uhr in der Altstadt.

Feierte diese Veranstaltung im vergangenen Jahr noch mit der Prinzentaufe ihre Premiere in der Altstadt, so gibt es diesmal ein neues Programm, da die designierte Tollität Holli I. (Holger Schulz) als „waschechter Stolberjer Jung“ nicht mit Wasser aus der Vicht und Ketschenburger Bier getauft werden muss. Vielmehr wird Schulz auf „Kupfer in den Adern“ überprüft.

„In guter Tradition“

Am Mittwoch, 11. November, legt ab 18 Uhr ein DJ Musik auf dem Alter Markt auf, und um 19.11 Uhr beginnt der offizielle Teil. Der prinzliche Aderlass verspricht, ein heiteres wie atmosphärisches Spektakel zu werden, und wenn sich die Menge gegen 21 Uhr auf dem Alter Markt auflöst, locken die Altstadtkneipen mit gemütlichem Ambiente.

Dass der Kupferstädter Karneval auch seitens der Stadt wertgeschätzt und unterstützt wird, zeigte einmal mehr die Veranstaltung, zu der Verwaltung und Rat eingeladen hatte. 22 Stolberger Karnevalsgesellschaften und -vereinigungen stellten im Ratssaal ihr Programm für die Session 2015/2016 vor, wie Jochen Emonds, Vorsitzender des Kulturausschusses, sagte „in guter Tradition“ — nämlich zum zweiten Mal.

Und wie im Vorjahr wird auch diesmal die städtische Internetseite das Forum sein, das allen närrischen Gemeinschaften und deren Veranstaltungen Platzt bietet und einen Überblick über das jecke Brauchtum in Stolberg gewährt. „Die mehr als 120 Veranstaltungen auf die Beine zu stellen, erfordert eine Menge an ehrenamtlichen Engagement, für das ich Ihnen im Namen der Stadt herzlich danke“, richtete Tim Grüttemeier das Wort an die Karnevalisten im Ratssaal.

1500 Euro von der Stadt

Und der Bürgermeister hatte eine gute Nachricht für die Freunde der fünften Jahreszeit zu verkünden: „Wir haben tief im städtischen Haushalt gegraben und eine Möglichkeit gefunden, die vom Karnevalskomitee organisierte Schlüsselübergabe am Fettdonnerstag nach langer Zeit wieder finanziell zu unterstützen.“

1500 Euro würden in die Förderung dieser Tradition fließen. Den Stellenwert des Karnevals in der Kupferstadt hob auch der Erste Beigeordnete und Kulturdezernent Robert Voigtsberger hervor, und im Namen aller Jecken Stolbergs sprach Josef Behlau, Präsident des Karnevalskomitees, ein „herzliches Dankeschön an den Bürgermeister und an alle seine Mitarbeiter für die Unterstützung des Brauchtums“ aus.

Die Dynamik des Fastelovends in der Kupferstadt wurde bei der Veranstaltung an vielen Punkten deutlich. Eine Premiere ist etwa die Gemeinschaftssitzung von KG Mölle und KG De Wenkbülle in der Stadthalle. 500 verbindliche Reservierungen seien jetzt bereits eingegangen, berichteten die Vertreter der Gesellschaften.

Ein weiteres Beispiel: Bei immer mehr Stolberger Gesellschaften setzt sich der Trend durch, dass aus klassischen Kindersitzungen sukzessive Kinderkostümfeste werden, bei denen die kleinen Narren mitmachen können und gemeinsame Spiele statt Programm im Vordergrund stehen.

Volle Kalender

Der Kürze der Session geschuldet ist der Umstand, dass einige Gesellschaften ihren Veranstaltungskalender dementsprechend abgespeckt haben.

Ausreißer nach oben ist die Mausbacher KG Löstige Wölleklös mit 17 Veranstaltungen in der kurzen fünften Jahreszeit.

Alle Karnevalisten, die in städtischen Bürgerhäusern, Jugendheimen, Turn- oder Mehrzweckhallen feiern und wegen des Flüchtlingszustroms unsicher sind, beruhigte Grüttemeier: „Durch die weitere Erstaufnahme auf dem Appellplatz der Donnerberg-Kaserne gehen wir davon aus, dass die Kapazitäten in Stolberg ausreichen und die Karnevalisten ihre Veranstaltungen sicher planen können“, sagte der Bürgermeister.