Handweiche nicht gestellt

Stolberger Güterbahnhof : Zwei Leichtverletzte bei Rangierunfall

Zwei Bahnmitarbeiter sind bei einem Rangierunfall im Stolberger Hauptbahnhof am Sonntag leicht verletzt worden. Vier Güterwaggons sind auf einer Weiche aus dem Gleis gesprungen und haben sich übereinander und ineinander verkeilt.

Damit ist derzeit die Gleiszufahrt zur Firma Kerschgens Werkstoffe um dem Umschlagspunkt an der Haldenstraße blockiert. Der Sachschaden sei beträchtlich. Der Personenverkehr ist nicht betroffen.

Nach derzeitigem Stand der Erkenntnisse haben Mitarbeiter eines Eisenbahnverkehrsunternehmens eine manuelle Weiche offensichtlich nicht gestellt, berichtet Thomas Fürpeil, Geschäftsführer der EVS, die die Infrastruktur stellt, auf Anfrage unserer Zeitung. Es habe demnach eine mangelnde Fahrzeugbeobachtung durch das Rangierbegleitpersonal gegeben.

Die Rangierlok schob mehrere Waggons vor sich, letztlich mit dem Ziel, unbeladene und mit Rohren für die Zeelink-Pipeline beladene Gefährte voneinander zu trennen. Um auf das gewünschte Gleis zu gelangen, hätte die Weiche von Hand gestellt werden müssen, was nach derzeitigen Erkenntnissen unterblieben sei. Dadurch fuhr der Zug aber auf ein mit leeren Waggons voll gestelltes Gleis ein. Es kam zu Zusammenstoß, bei dem vier Waggons entgleisten und aufeinander geschoben wurden.

Der Aufprall der Waggons war so hart, dass sie aufeinander geschoben wurden und sogar Puffer der Fahrzeuge abgerissen wurden. Foto: Roland Keller

Am Montag wurde die Unglücksstelle von Bahnexperten untersucht, um den Hergang genauer rekonstruieren und dokumentieren zu können, so Fürpeil weiter: „Unser Ziel ist es, die Waggons so schnell wie möglich von den Gleisen zu bekommen.“ Erst dann könne die Gleistrasse auf mögliche Schäden und den Umfang von Reparaturarbeiten untersucht werden. Entsprechend ist es derzeit offen, wann das Gleis wieder in Betrieb genommen werden könne.

Mit den betroffenen Unternehmen sondierte die EVS am Montag alternative Möglichkeiten der Belieferung. Die Umladetätigkeit konnte derweil in einen anderen Güterbezirk des Hauptbahnhofs verlagert werden.

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