Kommentiert: Haas-Hype ausgebrochen

Kommentiert : Haas-Hype ausgebrochen

Die Karten für den Sonntag waren nicht neu gemischt. Patrick Haas hat seinen Vorsprung auf Andreas Dovern weiter ausbauen können.

Der Lehrer und Sportler hat nicht nur im Wahlkampf alles richtig gemacht, sondern zehn Jahre auf sein Ziel hintrainiert und sich als Prinz auch in vermeintlich konservativen Kreisen etabliert. Mit Charme und unkonventionellem Auftreten hat Haas stark bei Frauen und Jugendlichen gepunktet. Wer den Kandidaten während der letzten drei Wochen beobachten konnte, erlebte in seinem Umfeld einen regelrechten Haas-Hype, wie er zuvor nur von Tim Grüttemeier ausgelöst worden war.

Aber den Grüttemeier-Effekt haben die Christdemokraten schneller verloren, als ihnen lieb war. Hatten die Stolberger seine Arbeit noch bei der Städteregionsratswahl goutiert, ohrfeigten sie nun die CDU, die den beliebten Bürgermeister abberufen hat.

So sehr er sich auch bemüht hat, blieb Andreas Dovern in weiten Kreisen der Bevölkerung unbekannt. Der routinierte Feuerwehrchef ist ein Verwaltungsmann, dem die Partei erst vor sieben Monaten politische Ambitionen ans Herz gelegt hat. In 29 Wochen konnte er sich einfach nicht bei so vielen Stolbergern persönlich bekanntmachen wie Haas in 520.

Der 37-Jährige hat die Stolberger bewegt, ihn fast mit Zweidrittel-Mehrheit zum Bürgermeister zu wählen. Nun muss er beweisen, wie er Stolberg bewegt.

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