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Stolberg-Breinig: Gut Stockem bietet viel Geschichte und war schon mal im Film

Stolberg-Breinig : Gut Stockem bietet viel Geschichte und war schon mal im Film

Am Rand von Breinig liegt Gut Stockem. 1303 wird erstmals als Lehnsmann des Abtes von Kornelimünster ein Heinrich von Stockheim genannt. Vermutlich war sein Wohnsitz das abseits der Straße Alt Breinig gelegene stattliche Anwesen. Wann der Turm errichtete wurde, der bis 1937 im hinteren Bereich der Anlage gelegen hat, ist unbekannt.

Bei seinem Abbruch, er war baufällig geworden, fand man einen Stein mit der Jahreszahl 1422. Der Stein war an der Ostseite des kleinen, zweistöckigen Bauwerks eingemauert. Der Turm ruhte auf einem Bruchsteinsockel. Die Obergeschosse bestanden aus Fachwerk. Im Inneren führte eine Spindeltreppe in die oberen Geschosse. Im Außenbereich war der Turm von einem Wassergraben umgeben. Dieser Graben ist heute dort noch teilweise zu sehen.

Zuletzt hatte der Turm, der wie eingangs erwähnt wegen Baufälligkeit in den späten 1930er Jahren abgebrochen wurde, den Pfadfindern des Ortes als gemütliche Unterkunft gedient. 1719 belehnte der Abt der Reichsabtei Kornelimünster, Hyacinth Alphonse de Sluys, einen Bartholomäus Esser mit Gut Stockem. Wahrscheinlich ist um diese Zeit auch das aus Bruchstein bestehende Herrenhaus errichtet worden, das rechts vom großen Eingangstor im Hofbereich liegt. Vermutlich ist dieses Gebäude später umgebaut worden. Denn über dem Eingang befindet sich eine Wappentafel, die ein abteiliches Wappen und die Jahreszahl 1774 zeigt.

Die Schreibweise des Namens Stockem unterlag Veränderungen: Sie reicht von Stockum bis Stockheim. Bis ins frühe 18. Jahrhundert hinein scheinen wohl die Stockems als Hofbesitzer in Frage zu kommen. Später ging die landwirtschaftlich genutzte Anlage in das Besitztum anderer Familien über, die spätestens um 1800 mit der Auflösung der Reichsabtei Kornelimünster durch die Franzosen, nicht mehr dem Herrschaftsbereich des Münsterländchens unterstanden.

Im Jahr 2015 wurde Gut Stockem zum Drehort für den ein Jahr später ausgestrahlten TV-Zweiteiler „Gotthard“. Der Film war dem Bau des um 1872 entstandenen, ersten Gotthard-Tunnel gewidmet. Auf Gut Stockem wurde eine kleine Szene gedreht, die die Suche nach einer Unterkunft beschreibt, der sich die damaligen Tunnelbauer ausgesetzt sahen. Vermutlich hat die traditionelle, historische Bauweise von Gut Stockem die Filmemacher bei der Auswahl des Drehortes angeregt.