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Stolberg: Gunter Anteiner begeistert sein Publikum mit einem Konzertzyklus

Stolberg : Gunter Anteiner begeistert sein Publikum mit einem Konzertzyklus

Gut besucht war das erste Konzert im Rahmen des Internationalen Konzertzyklus in der Finkenbergkirche. Gunther Antensteiner an der Orgel zeigte sich am Sonntagnachmittag als ein großer Interpret, der mit den Werken aus dem Barock, der Romantik und Neuzeit drei Glanzpunkte setzte.

Den Anfang gestaltete er mit dem „Präludium in fis-Moll“ (BuxWV 146) von Dietrich Buxtehude (1631-1707), der die Zentralgestalt der Orgelkunst im nordeuropäischen Raum war, zu Lebzeiten berühmt und geschätzt wurde und den „Stylus Phantasticus“ prägte.

Einblick in Tradition

Diese aus Italien stammende Stilrichtung erreichte in der norddeutschen Orgelschule des späten 17. Jahrhunderts ihren Höhepunkt. Gunther Antensteiner gewährte mit dem Stück einen Einblick in diese Tradition, die eine Klangvielfalt mit rasanten Läufen auf originelle Weise miteinander verknüpfte. 200 Jahre später wurde César Franck in Lüttich geboren, einer der bedeutendsten französischen Komponisten, Lehrer und Organisten der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, deutsch-belgischer Abstammung (Aachen/Gemmenich).

An Pariser Kirchen

Nach dem Besuch des Pariser Konservatoriums wirkte Franck als Organist an verschiedenen Pariser Kirchen, war Mitbegründer der Societé Nationale de Musique und wurde 1872 zum Professor für Orgel ans Pariser Konservatorium berufen. Seine „Grande Pièce Symphonique in fis-Moll, op. 17“ aus den sechs Orgelstücken war ein Paradebeispiel für Francks Formenvielfalt.

Klangliche Nuancen

Antensteiners ausgeprägter Sinn für großdimensionierte Werke setzte mit dieser exzellenten Interpretation ein Ausrufezeichen. Die Darbietung war eine Glanzleistung an technischer Bravour und klanglichen Nuancen.

Mitverantwortlich für diesen außergewöhnlichen Hörgenuss war Ehefrau Misun Kim, die bei der intelligenten Registrierung half. „Improvisationen werden aus dem Stegreif gespielt und beruhen auf dem spontanen Einfall und der Inspiration“, so Antensteiner in seiner Begrüßung und Erklärung zu Beginn.

Anlässlich der 900-Jahrfeier der Stadt Stolberg habe er sich aber schon Gedanken zum Thema Stolberger Lieder gemacht und überlasse es dem Publikum, welche Lieder sie aus diesem dritten Programmpunkt heraushören werden.

Und bei der 15-minütigen Darbietung am Ende schmunzelte so mancher in den Kirchenbänken, als er den „Vogelsänger“, den „Hammerschmied“ oder das „Ketschenburger Bierlied“ wieder erkannte. Minutenlanger Beifall zollte denn auch für Dank und Respekt für diese exzellenten Darbietungen vonseiten der Zuhörer, für die sich der Künstler noch mit einer Improvisation zum Studentenlied „Gold und Silber lieb ich sehr“ als Zugabe seinerseits bedankte.

(mlo)