Stolberg-Zweifall: Grundschule Zweifall als Nationalpark-Schule zertifiziert

Stolberg-Zweifall : Grundschule Zweifall als Nationalpark-Schule zertifiziert

Alle guten Dinge sind bekanntlich drei: Das trifft auch auf die Grundschule in Zweifall zu. Zum bereits dritten Mal wurde sie nun zur Nationalpark-Schule Eifel zertifiziert — als einzige Schule in der ganzen Stadt Stolberg.

Wie es dazu kam, weiß Schulleiterin Ute Esser. „Der Grundgedanke ist vor sechs Jahren entstanden, weil sich unsere Schule direkt am Wald befindet. Heute spielt die Natur für uns eine sehr große Rolle. Damals war das noch nicht so, das wollten wir ändern”, betont Leiterin Esser.

Kollegium und Elternschaft waren schnell mit ins Boot geholt und schon konnte es losgehen. Mittlerweile ist die Teilnahme sogar im Schulprogramm verankert. Und wie sieht das Engagement der Schüler und Lehrer nun aus? „Jede Schule darf eigene Projekte einbringen. Wir haben eine Wald-Kartei entwickelt. Außerdem unternimmt jede Klasse sechs Mal im Jahr eine Wald-Exkursion”, sagt Gisela van Rey.

Sie und ihre Kollegin Karin Hirtz sind von Anfang an in das Projekt involviert und werden seit neuestem auch von Lehrer Sven Thünte unterstützt. Mit Spaziergängen dürfe man die Ausflüge in den Wald allerdings keineswegs verwechseln.

Vielmehr gehe es darum verschiedene Themen — wie Bewegung oder Kreativität — aufzugreifen und mit Leben zu füllen. Bei den Erst- und Zweitklässlern steht unter anderem das Suchen von Tieren im Waldboden oder auch die Auswertung von Spuren im Schnee auf dem Stundenplan.

Als Wascherspeicher

Bei den älteren Schülern wird beispielsweise der Wald als Wasserspeicher erforscht. Der Bereich der Bewegung umfasst unter anderem Reaktionsspiele oder Balancieren, die Kreativität drücken die Schüler mit Gedichten oder Bildern aus.

Ebenfalls in der Kartei enthalten, sind allerhand Infos rund um den Nationalpark. Schließlich ist man auch dort regelmäßig zu Besuch.

Wichtige Rolle

„Der Nationalpark-Gedanke spielt bei uns eine wichtige Rolle. Im vierten Schuljahr findet die Klassenfahrt dort statt und zur Projektwoche, die alle vier Jahre stattfindet, gibt es auch Ausflüge dorthin”, sagt Ute Esser.

Zudem besitzen alle Schüler der Zweifaller Grundschule ein Waldlerntagebuch, in das sie ihre Erlebnisse eintragen. Doch nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch ist man bestens aufgestellt. Eigene Ameisen, Nistkästen, Insektenhotels und eine Wildwiese gibt es an der Zweifaller Grundschule. „Das sind Projekte, von denen wir langfristig profitieren”, sagt Esser, die großen Wert auf das Thema Nachhaltigkeit legt.

Und wie gefällt den Schülern die Auseinandersetzung mit dem Thema? „Jedes Kind lebt das mit und trägt es auch in die Familien rein. Unser Ziel ist es, dass der Wald auch außerhalb der Schule mehr genutzt wird”, sagt Esser.

Rücksicht auf Natur

So gehöre auch zum Nationalpark-Gedanken, dass man Rücksicht auf die Natur nehme und sie so belasse wie sie sei. Die Zertifizierung gilt übrigens rückwirkend von 2015 bis 2017. Das bedeutet, dass nun die neue Qualifizierungsphase losgeht.

Und für diese haben Ute Esser, Gisela van Rey und ihre Kollegen schon viele Idee. Neben der Erweiterung der Wald-Kartei steht auch die Arbeit mit neuen Themen auf dem Programm. Damit der vierten Zertifizierung in zwei Jahren nichts mehr im Weg steht.

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