Stolberg-Büsbach: Grundschule in Büsbach ist schon 220 Jahre alt

Stolberg-Büsbach: Grundschule in Büsbach ist schon 220 Jahre alt

Dem damaligen Landesherren, Freiherr Karl Kaspar von der Horst, letzter Abt der alten Reichsabtei Cornelimünster, ist es zu verdanken, dass die Grundschule Bischofstraße in Büsbach in diesem Jahr tüchtig feiert.

Denn im Jahre 1796 stellte Freiherr von der Horst in Büsbach Johann Kopp als Lehrer für eine neu geschaffene Schulstelle ein. So wurden in der damals noch weisungsgebundenen und von 1802 bis 1935 eigenständigen Gemeinde Büsbach die ersten Kinder noch vor Inkrafttreten der allgemeinen Schulpflicht unterrichtet.

Zunächst in einem eigens dafür angemieteten Raum einer Schankwirtschaft an der Hostetstraße, es folgten weitere gemietete Klassenzimmer, bevor 1832 das erste Schulhaus wieder an der Hostetstraße in Betrieb genommen werden konnte.

„220 Jahre Büsbacher Schule“ ist der Anlass, den die Grundschule mit mehreren Veranstaltungen gebührend feiert. Höhepunkt wird das große Schulfest am Samstag, 4. Juni, sein (siehe Infokasten), das die Schüler im Vorfeld im Rahmen einer Projektwoche vorbereiten.

Hinzu kommt ein Festabend für geladene Gäste sowie eine Ausstellung in der Sparkasse Büsbach, die ab Montag, 23. Mai, zu sehen ist und unter anderem historische Fotos von Entlassjahrgängen, den Schulleitern und den Schulgebäuden zeigt.

Alte Schulhefte werden ebenso präsentiert wie etwa die „rheinische Fibel für Stadt und Land“ aus dem Jahr 1929. Und natürlich das dokumentarische Herzstück der 220-Jahr-Feier: Eine 300 Seiten starke Festschrift in DIN A4, die eine wahre Fundgrube für Heimatforscher, Hobbyhistoriker, Interessierte und ehemalige Schüler darstellt.

Mehr als 100 Seiten der Festschrift geben die historische Schulchronik wieder, die über 220 Jahre lückenlos fortgeführt wurde. In durchaus verschiedenen Schriftarten wie zum Beispiel Sütterlin. Diese hat der ehemalige Büsbacher Schulrektor Peter Kohlhaas, Vater der heutigen Schulleiterin Irmgard Remmert, in unsere heutige Schrift „übersetzt“.

„Mein Vater hat sich die Mühe gemacht, die Schriften in die heutigen Schreibweise zu übertragen. Allerdings zeitgemäß auf einer Schreibmaschine. Wir wollten die Chronik natürlich gerne für die Nachwelt erhalten und digitalisieren, deshalb sind wir Nicole Hoven, Daniela Gozic und Nicole Junker, Mütter unsere Schüler, sehr dankbar dafür, dass sie alles auf Computern abgetippt und gespeichert haben“, beschreibt Remmert. So beinhalte die Festschrift zahlreiche historische Fakten, die auch heute gut lesbar sind.

Die moderne Grundschule, wie sie sich heute an der Bischofstraße darstellt, trifft in der Festschrift auf die Historie von 220 Jahren. Viele alte Fotos zeigen zum Beispiel Büsbacher Lokalgeschichte und Klassenfotos der Schulabgänger von 1948 bis 1965.

Neue Bilder stellen die heutigen Klassen und die zahlreichen Aktivitäten der Grundschule in heutiger Zeit vor. Die bis jetzt nur neun Schulleiter in den 220 Jahren sind in der Festschrift ebenso verewigt wie Erinnerungen ehemaliger Schüler und Lehrer, die geschichtliche Einblicke in die Schule vergangener Zeiten bieten und auch köstliche Anekdoten zu erzählen wissen.