Grünschnitt aus Stolberg muss nun verbrannt werden

Wegen Schwermetallbelastung : Stolberger Grünschnitt muss nun verbrannt werden

Das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen: Bereits seit dem 1. Juli dieses Jahres darf Grünschnitt aus Stolberg nicht mehr weiter verwertet werden. Stattdessen werden die Gartenabfälle, die an 14 Standorten der Grüncontainer und auf dem Wertstoffhof an der Hasencleverstraße gesammelt werden, nach Weisweiler gefahren, damit sie in der Müllverbrennungsanlage thermisch verwertet werden.

Der Grund ist die geogene Belastung, sprich die traditionelle Belastung des Stolberger Erdreiches mit Schwermetallen. Das wirkt sich auf die Umlage aus, die die kommunale Regio-Entsorgung, eine Anstalt öffentlichen Rechts, von 4,2 auf rund 4,55 Millionen Euro erhöht. Vom kommenden Jahr an muss die Stadt Stolberg die anfallenden Transport-, Aufbereitungs- und Verbrennungskosten selbst tragen.

Die Kupferstadt legt den finanziellen Aufwand um auf die Abfallentsorgungsgebühren, die ein Volumen von rund 5,68 Millionen Euro aufweisen. Zudem muss eine Unterdeckung aus dem Gebührenjahr 2016 in Höhe von 142.706 Euro jetzt berücksichtigt werden. In der Folge steigen die Gebührensätze 2019 im Schnitt um 5,9 Prozent.

Dadurch verteuert sich beispielsweise die 35-Liter-Tonne mit wöchentlicher Leerung um 13,44 auf 240,72 Euro oder die 60-Liter-Tonne bei 14-täglicher Leerung um 12 auf 214,56 Euro.

Bei den Abwassergebühren können die Sätze für die Beseitigung des Schmutzwassers um 2 Cent auf 2,97 Euro pro Kubikmeter gesenkt werden, während die Gebühr für das Niederschlagswasser konstant bleibt. Hintergrund ist ein leichter Rückgang der kalkulierten Aufwendungen beim Schmutzwasser. So wurde in Vorjahren weniger Geld für Reparaturen von Kanälen ausgegeben, weil Maßnahmen teilweise zeitlich verschoben werden mussten. 130.000 Euro weniger sind für die Bauunterhaltung vorgesehen. Zudem reduziert sich der Beitrag an den Wasserverband Eifel-Rur um rund 200.000 Euro. Allerdings sinkt weiterhin leicht die Summe der Kostenträger aufgrund eines geringeren Wasserverbrauches bei Großabnehmern, da Industriebetriebe in stärkerem Maße ihr Wasser wiederverwerten. Den Wasserverbrauch der Privathaushalte gibt die Stadtverwaltung mit konstant an. Zudem werden Überdeckungen aus Vorjahren berücksichtigt.

Weniger versiegelte Fläche

Beim Niederschlagswasser reduziert sich die bebaute Fläche um rund 68 000 Quadratmeter. Begründet wird dies mit der Entsiegelung von Betriebsflächen und dem Bestreben von Hauseigentümern, Niederschlagswasser möglichst vor Ort versickern zu lassen, wo es machbar ist.

Bei Kleinkläranlagen kann der Gebührensatz trotz steigender Abfuhrkosten aufgrund von Überschüssen aus Vorjahren mit 23,52 Euro/Kubikmeter konstant gehalten werden. Abflussgruben ohne Frischwasserbezug verteuern sich um 2,47 auf 29,41 Euro/Kubikmeter aufgrund der Anpassung der Entsorgungskosten des Vertragsunternehmers und einer Unterdeckung aus Vorjahren.

Teurer werden Straßenreinigung und Winterdienst, was laut Verwaltung im Rahmen der üblichen Schwankungen liegt. Unter Berücksichtigung einer Unterdeckung steigt der Gebührenanteil der Straßenreinigung um einen Cent auf 0,92 Euro pro Frontmeter. Dagegen verteuert sich die Winterwartung – so heißt das neuerdings – um 28 Cent auf 1,58 Euro pro Frontmeter. Und das, obwohl angesichts des eher milden Winters mit 6400 Arbeitsstunden das zehnjährige Mittel von 9000 Arbeitsstunden pro Jahr deutlich unterschritten wurde. Die Ursache der Steigerung liegt in geringer ausgefallenen Überschüssen aus Vorjahren, die nun vollständig berücksichtigt werden.

In der Folge erhöht sich die kombinierte Gebühr aus Straßenreinigung und Winterwartung um 29 Cent auf 2,50 Euro pro Frontmeter. Der Satz liege damit noch unter dem Wert 2017 (2,69) und unter dem Durchschnitt der vergangenen sieben Jahre (3,01), führt die Verwaltung auf. Darüber hinaus möchte sie die Liste der Straßen aktualisieren, indem in erster Linie Straßen aus Neubaugebieten neu priorisiert werden sollen.

Hauptausschuss und Stadtrat befinden über die Gebührensatzungen auf ihren Sitzungen am 11. Dezember.

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