Stolberg-Mausbach: Grün-Weiß Mausbach: Die Organisation der Stadtmeisterschaft

Stolberg-Mausbach: Grün-Weiß Mausbach: Die Organisation der Stadtmeisterschaft

Es ist wieder so weit. Morgen beginnt die Stolberger Stadtmeisterschaft für Fußballvereine. Der Ausrichter der diesjährigen Auflage ist der C-Ligist SV Grün-Weiß Mausbach. Ein kleiner Club, der aber durchaus seine Ambitionen hat. Thomas Waltl hat mit dem Vorsitzenden des Vereins, Dirk Esser, über die Stadtmeisterschaft, den Verein und über seine Tätigkeit im Vorstand gesprochen.

Herr Esser, was bedeutet es für den Verein, die Stadtmeisterschaft um den Sparkassen-Cup austragen zu dürfen?

Dirk Esser: Für Vereine wie uns ist das eine sehr große Sache, zumal man den Verein gut präsentieren kann. Auch sportlich gesehen. Alle benachbarten und befreundeten Vereine aus Stolberg kommen, so dass auch Derbys rivalisierender Mannschaften gespielt werden.

Wie sieht der Eröffnungstag aus?

Esser: Die Schirmherrschaft haben Herr Bürgermeister Grüttemeier und Herr Pfarrer Bolz übernommen. Sie eröffnen mit dem obligatorischen Anstoß das Turnier.

Wie groß ist der Aufwand, den ein kleiner Verein für so ein Turnier betreiben muss?

Esser: Die Organisation ist fast ein Full-Time-Job. Über das Antragsstellen beim Fußballverband und der Stadt bis hin zu Gesprächen mit Vereinen und Sponsoren gibt es sehr viel zu tun. Am Donnerstag wurde alles aufgebaut. Beim Turnier sind dann circa 30 Helfer im Einsatz, die sich um das Wohl der Spieler und Zuschauer kümmern.

Die Spiele dauern 2x30 Minuten. Wieso werden zumindest die Spiele in der entscheidenden Phase nicht über 90 Minuten gespielt?

Esser: Erstens beginnt einen Tag nach dem Finale die Saison und zweitens wurde das vorher mit den größeren Vereinen so abgesprochen, damit die Belastung nicht zu groß wird. Einem Unentschieden folgt auch sofort ein Elferschießen.

Gibt es am Endspieltag auch ein Rahmenprogramm?

Esser: Am Finaltag gibt es ein Vorspiel der D-Jugend gegen SV Breinig, und vor dem Damenfinale sorgt eine Kinderanimateurin für Unterhaltung bei den Kindern. Unsere Jugendlichen werden bei den Finalspielen als Einlaufkinder dabei sein.

Der Termin ist ja sehr kurz vor Saisonbeginn. Konnte kein anderer Termin gefunden werden?

Esser: Es wurde leider kein Termin gefunden, da der frühestmögliche Termin in die alte Saison hineinlief und dann wären neue Spieler noch nicht frei gewesen. Und andere Termine waren durch die Turniere der großen Vereine nicht gegeben.

Sollte die Stadtmeisterschaft aber eigentlich nicht den höchsten Stellenwert haben?

Esser: Das ist richtig, wir haben im Vorfeld viel über die Termine gesprochen und versucht, eine Lösung zu finden, aber die anderen Vereine möchten auf ihre Turniere natürlich nicht verzichten, das ist verständlich. Deswegen ist das Gespräch mit dem Stadtsportverband nach dem Turnier mit den Vereinen anzusetzen, dass da eine einheitliche Lösung gefunden wird. Das wäre glaube ich im Sinne von allen. Der Vereine und Zuschauer.

Grün-Weiß Mausbach war mit dem Halbfinaleinzug beim BSR-Cup die Überraschungsmannschaft. Was ist bei der Stadtmeisterschaft drin?

Esser: Wir spielen zunächst ja gegen einen A-Ligisten und sollten wir eine Überraschung landen, würden wir auf den SV Breinig treffen. Aufgrund der kurzen Spielzeit ist aber alles möglich.

Letzte Saison wurde Mausbach Vierter. War man damit zufrieden?

Esser: Es waren zwar höhere Ziele anvisiert, aber wir waren zufrieden. Letztendlich hatten wir mit Verletzungen zu kämpfen. Aber in diesem Jahr sollte ein höherer Platz möglich sein.

Ist der Aufstieg das Ziel?

Esser: Durchaus. Wir haben nicht nur eine gute Mannschaft, sondern auch das Glück, dass im Gegensatz zu den vergangenen Jahren eventuell mehr Vereine aufsteigen und nicht nur einer.

Wie attraktiv schätzen Sie eigentlich die Kreisliga C ein? Insgesamt kommen neun der 16 Mannschaften aus der Kupferstadt.

Esser: Mit Schevenhütte, Venwegen und ASA Atsch sowie Zweit- und Drittvertretungen ist die Attraktivität von den Namen her groß. Da ist für die Kreisliga C aufgrund der Traditionsmannschaften einiges drin.

Nochmals zurück zur Stadtmeisterschaft: Diese findet dieses Jahr auf Asche statt. Es hätte die Möglichkeit geben, auf andere Plätze auszuweichen, wieso hat sich der Verein dagegen entschieden?

Esser: Da der Ausrichter Grün-Weiß Mausbach ist und hier seine Heimat hat, kam das für uns gar nie in Frage. Wir haben hier unsere Leute und viele ehrenamtliche Helfer, die teilweise zu Fuß auf den Sportplatz kommen. Da wäre es für diese eine Zumutung, extra woanders hinzufahren. Hier ist alles vorhanden.

Verliert die Stadtmeisterschaft damit nicht an Wert?

Esser: Aus unserer Sicht bleibt sie trotzdem attraktiv, obwohl die Topmannschaften nicht mit der Erstvertretung antreten werden. Das ist aber auch dem Zeitpunkt geschuldet. Wegen der Asche ist jedenfalls noch keiner gestorben.

Das 2014 gestarte Projekt Kunstrasen ist aufgrund von fehlendem Bauland und Fusionspartnern gescheitert. Wie ist nun der Stand der Dinge, wird es in Mausbach bald einen Kunstrasen geben?

Esser: Zunächst wurde uns ja mitgeteilt, dass Aufgrund der fehlenden Fusion kein Zuschuss möglich sei. Zum jetztigen Zeitpunkt finden auch keine Gespräche mit anderen Vereinen statt und alleine kann man das nicht stemmen.

Ist langfristig ein Kunstrasenplatz geplant?

Esser: Man muss sehen, wie sich die Sache entwickelt. Auf Asche kann es halt sein, dass sich die Jugendzahl rückläufig entwickelt, das wäre schlecht für den Verein. Aber wir sind dennoch guter Dinge.

Mit der Jugend gibt es derzeit aber kein Problem. Mausbach hat alle Jugendjahrgänge bestück, und die Senioren haben die zweitjüngste Mannschaft der Liga. Was macht die Jugendarbeit in Mausbach aus?

Esser: Wir haben viele qualifizierte Jugendleiter, sogar mit C-Lizenz. Das heißt mit Trainerausbildung. Unser junger Vorstand hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Jugendabteilung voranzubringen. Das trägt nun Früchte. Ich glaube Eltern und Kinder merken das auch, dass hier gut gearbeitet wird. Federführend ist dabei unser lizensierter DFB-Vereins-Jugendmanager Ronald Wirth.

Welche Veranstaltungen führt Grün-Weiß Mausbach neben dem Turnier sonst noch im Jahr durch?

Esser: Wir unternehmen Grillabende, machen eine Weihnachtsfeier. Einen großen Anklang im Dorf findet auch die Karnevalsfeier. Sportlich gesehen haben wir Jugendturniere, Hallenturniere, das Dorfturnier und ein Firmenturnier.

Sie sind seit kurzem Vorsitzender des GW Mausbach. Zuvor waren Sie Geschäftsführer. Inwiefern hat sich Ihre Arbeit beim Verein geändert?

Esser: Als Geschäftsführer hast du alle Felder im sportlichen Bereich abzudecken. Der Vorsitzende hingegen ist repräsentativ für den Verein verantwortlich und führt Gespräche mit der Stadt und anderen Institutionen.

Auf welche Erfolge können Sie als Geschäftsführer und Vorsitzender schon zurück blicken?

Esser: Wir haben die A-Jugend erfolgreich in die Senioren eingebunden und haben beide Seniorenmannschaften verbessert. Die erste Mannschaft hat auch gezeigt, was sie kann und das lässt auf eine gute Zukunft hoffen.

Was macht GW Mausbach so besonders?

Esser: Wir sind authentisch, ein kleiner schöner Verein. Wir versuchen Kindern und Erwachsenen das Fußballspielen zu ermöglichen. Egal, ob mit Migrationshintergrund oder einer Behinderung. Bei uns sind alle Willkommen.

Welche Ziele hast du noch mit Mausbach?

Esser: Das Ziel ist es, die Jugendabteilung weiterhin voranzubringen und uns als GW Mausbach stetig zu verbessern. Langfristig möchten wir konstant in höheren Ligen mitspielen. Vielleicht erkennt ja auch mal ein größerer Sponsor, dass es sich lohnt, den SV Grün-Weiß Mausbach zu unterstützen.