Stolberg: Großes Treffen der Oldtimer-Freunde auf dem Stolberger Rathaus-Vorplatz

Stolberg : Großes Treffen der Oldtimer-Freunde auf dem Stolberger Rathaus-Vorplatz

Zum zweiten Mal treffen sich die Oldtimer-Freaks auf dem Stolberger Kaiserplatz. Eine Stunde nach dem offiziellen Beginn ist Organisator Thomas Gerth ganz stolz, dass bereits 46 alte Schätzchen ihren Stellplatz eingenommen haben, darunter auch schon zwei aus dem benachbarten Ausland. Und er hat alle Hände voll zu tun, die weiteren ankommenden Automobil und Motorradbesitzer zu begrüßen und einzuweisen.

Es ist eine gemütliche, entspannte Atmosphäre auf dem Vorplatz des alten Rathauses. Nichts zu hören von aufheulenden Motoren und unnötigem Lärm. Viele Besucher schlendern herum, egal welchen Alters, schauen sich die Oldies von außen an, werfen einen Blick in das Wageninnere und den Motorraum. Gerne beantworten die Aussteller alle Fragen rund um ihr Lieblingsstück, fachsimpeln mit den interessierten Zuschauern und unterreinander.

Auf dem Rathaus-Vorplatz in Stolberg trafen sich jetzt die Liebhaber von Oldtimern. Zahlreiche Automobile und Zweiräder waren zu bewundern. Foto: L. Flink

Ganz oft hört man die Aussage, dass es toll ist, so ein schönes Ereignis direkt vor der Haustüre zu haben. Ein Besucher findet es ausgesprochen fein, dass hier nicht nur vereinzelte Auto- und Motorradmarken vertreten sind. „Hier findest zu einfach alles“, so sein Kommentar. Top gestylt oder noch mit unübersehbaren Zeichen der vergangenen Jahre, das macht den Reiz des Treffs aus. So beispielsweise die liebevoll restaurierte NSU Qickly, ein Motorrad aus der Nachkriegszeit, welche es damals schon in unterschiedlichen Varianten sowohl für den größeren als auch für den kleineren Geldbeutel gab.

Mit viel Liebe wurde auch der Inneraum der Autos gepflegt. Foto: L. Flink

Per Goggomobil auf Tour

Erinnerungen werden auch wach, wenn man sich den Goggo anschaut. Ein winziger Zweitakter, damals gebaut als „Folgemodell“ für das Motorrad, wie ein Besucher zu berichten weiß. Nicht selten war es üblich, mit diesem Kleinstwagen eine vier-köpfige Familie zum Gardasee in den Urlaub zu kutschieren. Direkt daneben ein alter VW-Käfer. Gerne erinnert sich eine Dame an die Fahrten mit Opa, Oma und Schwester hinein ins Salzburger Land. Damals wurden noch keine Autobahnraststätten angefahren. Es gab Picknick am Rastplatz im Grünen mit selbst gemachtem Kartoffelsalat und Frikadellen, Brote mit Käse und Schinkenwurst. Und nicht für jeden einen eigenen Koffer, war schließlich Platz im Käfer, damals wie heute.

Direkt neben den beiden Kleinen parkt ein Ford Taunus 12 M. Die Familienkutsche schlechthin. Eine klassische Konkurrenz für den Opel Kadett, so erinnert man sich. Überhaupt lädt das Oldtimer-Treffen ein, in Nostalgie zu schwelgen. Sei es der Bericht über die Ente von 1986, über Jahrzehnte hinweg liebevoll mit Ersatzteilen versorgt, gehegt und gepflegt, die beim heutigen Event noch in der Garage bleiben muss, bei einem der nächsten Treffen aber sicherlich auch bewundert werden darf. Der Mercedes Ponton von 1960 weckt Erinnerungen an Onkel Franz. Dieser war ganz findig und hat der Tankfüllung Heizöl beigemischt. Und ganz große Augen gemacht, als beim Familienausflug auf der Autobahn Richtung Köln dicke, schwarze Rauchwolken im Rückspiegel zu sehen waren. Da ist der VW Samba Bus. Mit Sitzen in Originalblau. Oder der Opel Rekord Bicolor. Dem Kennzeichen nach stammt das zu betrachtende Schätzchen aus dem Jahre 1961. Eines der Fahrzeuge mit NL-Kennzeichen ist eine Chevrolette. Ziemlich groß, mit Sitzen „wie ein Sofa“ und nachgezählten acht Zylindern. Thomas Gerth kommt hinzu und weist auf ein gefühlt 20 Meter langes Automobil, den Chrysler Imperial.

Mit Sensoren

Dieser, so Gerth, hatte schon im Jahre 1970 einen höheren Verarbeitungsstandard als Cadillac. So waren damals bereits serienmäßig Sensoren integriert. Sie erkannten den Gegenverkehr und blendeten automatisch ab, sofern man mit Fernlicht fuhr. Auch gab es damals schon die elektronische Sitzbankverstellung und die Öffnung des Kofferraumes auf Knopfdruck.

Da auch das zweite Oldtimer-Treffen auf dem Kaiserplatz viele Automobilbegeisterte anlockt, schauen Organisator, Oldie-Besitzer und Zuschauer voller Vorfreude auf den 12. August. Dann nämlich können wieder alte Schätzchen bewundert werden. Mit Sicherheit werden dann auch wieder viele Gespräche geführt, Erinnerungen ausgetauscht. Und dies macht das Ganze so unterhaltsam, spannend und gesellig.

Mehr von Aachener Zeitung