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Stolberg: Großes Interesse an Stolberger Filmschatz

Stolberg : Großes Interesse an Stolberger Filmschatz

Ungewöhnlich: Nicht wie für die 1950er Jahre erwartet in Schwarz-Weiß, sondern in Farbe wurde jetzt im Saal des Kulturzentrums ein Film präsentiert, der dem 100-jährigen Stadtjubiläum im Jahr 1956 gewidmet war.

Vorab führte Altena mit großen und kleinen Ereignissen der Welt- und auch der Stadtgeschichte in die Lebenswelt der 1950er Jahre ein. Vermutlich hatten viele der zahlreichen Besucher den Film für eine visuelle Reise in die Vergangenheit genutzt oder wollten ihre Erinnerungen auffrischen, da viele selbst einst am Festzug teilgenommen hatten. Beeindruckend waren vergangene Stadtansichten sowie die Stadt im rot-gelben Fahnenschmuck.

Im Mittelpunkt der Vorführung stand der damalige Festzug durch die Innenstadt und die mit dem Jubiläum verbundenen Veranstaltungen, die der einwöchigen Festwoche Gestalt und Format gegeben hatten. Schließlich hatte man 1956 einen Umzug durch die Innenstadt organisiert, der unter der Beteiligung von Jugend-, Sport- und Schülergruppen sowie Handwerks- und Industrieabordnungen, Szenen aus 800 Jahre Stadtgeschichte wiedergab.

Demnach waren im Streifen prächtige, in historischen Kostümen und Gewändern gekleidete Gruppen zu sehen und wurden zeitgenössische Fahrzeuge präsentiert, auf denen mit Stolberg verbundene historische Herstellungs- und Verarbeitungsmethoden gezeigt wurden. Als „Old-Timer“ waren allein diese eine Augenweide. Ergänzt wurde der von Altena unterhaltsam und informativ kommentierte Streifen durch Szenen, die man anlässlich der Festwoche bei Saal- und Open-Air-Veranstaltungen gedreht hatte.

Demnach wurden beispielsweise die feierliche Ratssitzung im Rittersaal der Burg, das Pfadfinderlager auf der Stolberger Hecke, das Siedlerfest auf dem Donnerberg, der bunte Abend im Alten Rolandshaus, der Fackelzug der Feuerwehr sowie die Veranstaltungen auf den Sportplätzen Krakau, Rotsch und Kranensterz gezeigt. Der 37-jährige Historiker hatte sich auf die Filmvorführung sehr gut vorbereitet.

Durch Sichtung von umfangreichem Quellenmaterial hatte er die einzelnen im Film dokumentierten Veranstaltungen identifiziert. So konnte der Stadtarchivar den zahlreichen Besuchern spannende Hintergrundinformationen liefern. Dazu gehörte auch, dass Altena mit dem Publikum in einen Dialog eintrat, als von Seiten der Besucher Zusatzinformationen und ergänzende Kommentare geliefert wurden, die er ausdrücklich angeregt hatte.

Dass dem Publikum das Gehörte und Gesehene gefallen hatte, stellten auch der Schlussapplaus und die Gespräche unter Beweis, die im Anschluss an die Veranstaltung geführt wurden. Ergänzt hatte Altena die Filmvorführung durch eine kleine Ausstellung rund um das Jahr 1956, die er am Bühnenrand aufgebaut hatte. So wurden den Besuchern unter anderem die Sonderbeilagen der damaligen Presse, eine Reproduktion der Urkunde von 1156, die Bücherreihe des damaligen „Chefhistorikers“ — wie Altena Franz Willems nannte — und zwei von dem Künstler Bert Stollenwerk erstellte Wappenschilde präsentiert, die er den Beständen des Stadtarchivs und der städtischen Kunstsammlung entnommen hatte.

(dö)