Großer Applaus für die Musiker beim Vichter Klassikkonzert

Vichter Klassikkonzert : Musiker brillieren mit Genauigkeit und Hingabe

Ein Dorf l(i)ebt die Musik – zumindest in Vicht: Beim jüngsten Klassikkonzert in der Kirche St. Johannes Baptist gab es jedenfalls kaum noch freie Plätze. Streichquartette von Schubert und Dvorák führten die Freunde gepflegter Klänge in dem Gotteshaus zusammen.

Rudi Dreuw, der Vorsitzende des Pfarreirates, machte jedenfalls in seiner Begrüßung vor Beginn des eigentlichen Konzertes Vicht als neuen Treffpunkt in Sachen Klassik aus. Nach rund anderthalb Stunden, als der letzte Ton verklungen war, zog der pensionierte Pädagoge ein Fazit, das für sich sprach: „Das Konzert war großartig und hat mich stellenweise sehr bewegt!“

Zu Gast waren Hans-Otto Horch, Roswitha Kuhnen (beide Violine), Susanne Trinkaus (Bratsche) sowie Wolfgang Boettcher (Cello). Dass Goethe einst das Streichquartett mit einem Gespräch unter verglichen hatte („Man hört vier vernünftige Leute sich unterhalten“), erschloss sich sofort: Da war ein aufeinander Hören und Antworten, dass es nur so ein Fest war.

Schon der erste Satz von Franz Schuberts „Rosamunde“-Quartett von 1824 wurde zu einem ungeheuer dichten Gewebe von Stimmen, aus dem sich zu Beginn des weiterführenden Andante eine gelebte Freude an der Melodie herausschälte.

Nicht minder meisterlich gestalteten Primgeiger Horch und seine Mitstreiter das 1893 geschaffene Werk Dvoráks, das so genannte „Amerikanische“ Streichquartett. Auch hier offenbarte sich wieder die Feinmechanik des Spiels in der Viererformation der Instrumente. Spannungsreich und doch wieder zutiefst harmonisch entfalteten die vier Künstler vom Altarraum der Kirche aus einen Mikrokosmos von Stimmen und Melodien, in dem jedes Detail mit Genauigkeit und Hingabe auf Hochglanz poliert wurde. Verständlich, dass die Zuhörer die vier ausführenden Künstler nach Programmende mit stehend gespendetem Beifall feiern.

Die vier Virtuosen ihrerseits ließen sich nicht lumpen und spendierten einen konzertanten Walzer als Zugabe. Wie sehr die Konzerte nicht nur für die Klassikfans von Vicht gesellschaftliche Ereignisse sind, offenbarte sich nach dem offiziellen Ausklang: Der rührige Rudi Dreuw lud im Anschluss nämlich ein zum Umtrunk im Pfarrheim, bei dem die Menschen aus dem Dorf und ihre Gäste von außerhalb die Gemeinschaft pflegten.

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