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Stolberg: „Große Projekte hinter kleinen Zeilen”

Stolberg : „Große Projekte hinter kleinen Zeilen”

Passender kann die Stolberg-Visite von Dr. Yang Jun, Dr. Zhu Keqi und Shi Dingmei gar nicht kommen. An Christi-Himmelfahrt reisten die Medizinerinnen aus dem Ningbo-Hospital Nr.1 in Stolberg an, um das Austauschprogramm mit dem Bethlehem-Krankenhaus fortzusetzen.

Am Sonntag brachte Walter Prömper, die Vorsitzende des Aachener Partnerschaftskomitees, sie mit zur Pressekonferenz zum Stolberger Leuchtturmprojekt: Denn die traditionelle chinesische Medizin ist eines der Standbeine, die zu einem umfassenden Bild des fernen Reiches der Mitte beitragen wird.

„Ohne Kosten”

„Stolberg goes China” bietet am ersten Juni-Wochenende ein hochkarätiges Programm, das sich sehen lassen kann. „Es ist Max Krieger gelungen, neben der kulturellen Grundversorgung ein Event auf die Beine zu stellen, das sich sicherlich zu einer Traditionsveranstaltung entwickeln wird; und das, ohne dass es die Stadt etwas kostet”, lobte Bürgermeister Ferdi Gatzweiler den Kulturmanager. Und der Vorsitzende des Kulturausschusses, MdL Axel Wirtz, sieht in „Stolberg goes China” ein „Alleinstellungsmerkmal unserer Stadt, das weit in die Region hin ausstrahlen wird”.

Das wird es in der Tat auch optisch in mehrfacher Hinsicht: Dank einer Lasershow, die auf dem Kaiserplatz auf einen neun mal sechs Meter großen Wasserfall gespiegelt wird. Und dank des Feuerwerkes von Peter Blaeser am Freitag, der einen Tag später in Düsseldorf das große japanische Spektakel an den Himmel zaubern wird.

In Stolberg spielt er dagegen mit alten chinesischen Farben - in Metalltönen, aber auch in Rot-Blau und Gelb-Grün, und mit einem Lichterwasserfall an der Burgmauer, während die chinesische Videokünstlerin Echo Ho die große Südfassade des Wahrzeichens als „Leinwand” für ihre Kunst nutzen wird.

Sie ist eine von vier zeitgenössischen Künstlern, mit der die Galerie Art Engert eine renommierte Ausstellungsreihe an drei Orten vorstellt. „Im Spannungsfeld zwischen chinesischen Traditionen und aktuellen westlichen Einflüssen wollen die Künstler an der Globalisierung teilhaben an einer sich entnationalisierenden und globalisierenden Kunst”, unterstrich Anita Engert.

„Hinter jeder der vielen kleinen Zeilen steht ein großes Projekt”, schmunzelte Kulturmanager Max Krieger bei der Präsentation des dicht bedruckten Flyers mit den vielfältigen Programmpunkten. Darunter auch ein solch deutscher Exot wie „D-Rolf”, der sonntags vom Kupferhof Rosental aus mit seinem Trabi nach Shanghai startet und damit einen weiteren Eintrag ins Guiness-Buch erhalten möchte.

Oder auch so akrobatische Vorführungen von Mitgliedern des chinesischen Nationalzirkus vielerorts in der Altstadt. Musik, kulinarische Genüsse und ein Rikscha-Service dürfen natürlich ebenso wenig fehlen wie Vorträge, Kampfkunst und ein Open-Air-Kino mit chinesischen Filmen auf dem Alter Markt. Und das Stolberger Burghuftheater hat eigens China-Sketche für drei Aufführungen an dem Wochenende einstudiert.

„Es gab kein Zögern”, würdigte Manfred Heidbüchel „Stolberg goes China”, der privat-interessiert wie beruflich-logistisch Kontakte mit China pflegt. „Auch im wirtschaftlichen Bereich wird dieses besondere Highlight im Stolberger Veranstaltungskalender positive Auswirkungen haben”, zeigte sich der Geschäftsführer der Spedition Greenline überzeugt, und gehört führend mit zu der Runde der China-Plattform, die der Kulturmanager betreuen wird. So wird beispielsweise „China Euro Business School” über Herausforderungen für Akademiker und Studenten informieren.

Riesiger Drachen

Interesse hat das Fest bereits im Vorfeld am Aachener Pius-Gymnasium geweckt, das mit der Einführung von Chinesisch-Unterricht liebäugelt. „Mit unserer China-AG werden wir uns jedenfalls intensiv mit dem Fest befassen”, versprach Lehrerin Christel Ellerich.

Stolberger Schüler werden dazu beitragen, einen 100 Meter langen Drachen durch die Innenstadt zu tragen, wobei allein schon der Kopf groß wie ein Kleinwagen ist. Aber auch in anderen Formen - ob zum Basteln, gemalt oder zum Fliegen werden Drachen als mythische Zeichen von Weisheit und Stärke zum chinesischen Flair in der Kupferstadt beitragen.

Eine umfangreiche Übersicht wird unsere Zeitung in einer Sonderbeilage am 31.Mai geben.