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Stolberg: Grieche starb nach Schlägen auf den Kopf

Stolberg : Grieche starb nach Schlägen auf den Kopf

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 44-Jährigen wegen Totschlags an Dimitrios Naisidis erhoben. Der Grieche war im Juni getötet worden.

Am 25. Juni hat Dimitrios Naisidis den 44-jährigen Stolberger indischer Herkunft in dem Haus "Mohlenbend7" besucht. Ein Domizil, das "Dimi" regelmäßig geschäftlich aufsuchte und das zum Rotlicht-Milieu zählt.

Im Verlauf kommt es laut Staatsanwaltschaft zu einer Auseinandersetzung zwischen dem Griechen und dem Inder - zunächst verbal, dann handfest.

Sie endete damit, dass der 44-Jährige sein Tatopfer zu Boden schlug und "ihm anschließend mit einem mit erheblicher Wucht geführten stumpfen Gegenstand erhebliche Kopfverletzungen zufügte", erklärt Oberstaatsanwalt Robert Deller.

Dimitrios Naisidis verstirbt noch am Tatort. Die Leiche des Griechen wird zum Dalli-Parkplatz am Burgholzer Graben gebracht, wo sie am 26.Juni gegen 19 Uhr in Dimis Audi 200 entdeckt wird.

Diese Vorhaltungen der Staatsanwaltschaft bestreitet der 44-Jährige in seinen Vernehmungen bislang vehement, der behauptet, mit dem Verbrechen nichts zu tun zu haben.

Aber aufgrund der Ergebnisse ihrer Ermittlungen erhebt die Staatsanwaltschaft jetzt Anklage wegen Totschlags. Die Schwurgerichtskammer des Aachener Landgerichts entscheidet zurzeit über die Eröffnung des Hauptverfahrens. "Bei Zulassung ist in wenigen Monaten mit einer öffentlichen Verhandlung zu rechnen", so Deller weiter.

Der Beschuldigte befindet sich bereits seit dem 30. Juli in Untersuchtungshaft. An dem Tag hatte um 6 Uhr in der Früh das Bundeskriminalamt unterstützt von Einsatzkommandos und Hundertschaft das Haus im Mohlenbend gestürmt. 20 Beamte der Mordkommission durchsuchten den ganzen Tag das Objekt und stellten gleich kistenweise Beweismaterial sicher.

Vier Verdächtige werden zunächst festgenommen: der 44-Jährige und seine 27 Jahre alte Frau, eine deutsche Staatsbürgerin indischer Herkunft, wegen des Verdachts des gemeinschaftlichen Totschlags sowie wegen versuchter Strafvereitelung einen 23-jährigen Deutschen und eine 26-jährige Deutsche bereits am 26. Juli. Wenige Tage später werden die beiden Deutschen wieder entlassen: Es lagen keine Haftgründe vor.

Während der 44-Jährige Hauptverdächtige jetzt angeklagt wird, wird das Verfahren gegen seine Frau gesondert weitergeführt.

Nach Informationen unserer Zeitung wurde das Haus am Mohlenbend als Bordell und Wohnstätte für einschlägige Mitarbeiterinnen genutzt. Offiziell waren dort 16 Bewohner registriert. Das Opfer des Verbrechens betrieb selbst eine gutbürgerliche Gaststätte in Büsbach sowie in Merzbrück das Etablissement "Iris-Bar" und in Geilenkirchen das "Aphrodite".

Sie werden im Laufe der Ermittlungen nach dem Leichenfund ebenso durchsucht, wie das Umfeld des Fundortes des Leichnams genau unter die Lupe genommen wurde.

Wenige Schritte von dem in der Ecke abgestellten, verschlossenen Fahrzeug mit dem Leichnam entfernt stellten die Beamten die Wagenschlüssel des Audi sicher und in einem Graben außerhalb des Parkplatzes ein Blut verschmiertes Betttuch.