Stolberg: Gressenich bekommt seine Kapelle wieder

Stolberg: Gressenich bekommt seine Kapelle wieder

Die Sorgenfalten sind verflogen, die Gressenicher sind einen gehörigen Schritt weiter gekommen. Die Arbeiten an der Aufwertung des Umfeldes der Kapelle St. Ursula gehen in die Endphase. Im Mai hatte noch eine Schreckensnachricht für Aufsehen in der Pfarrgemeinde St. Laurentius gesorgt: Der hintere Pfeiler der Kapelle war abgesackt. Ob er nur schmückendes oder tragendes Bauwerk ist?, war die bange Frage auch mit Blick auf das Sanierungsbudget.

„Was genau die Ursache war, das ist uns bis heute immer noch nicht bekannt“, sagt Andrea Winterscheid, die die Neugestaltung des Rundweges plant und betreut. Hilfe kam jedenfalls vom Bistum, das einen Fachmann für solch historische Bauwerke entsandte. Auch die genaue Antwort auf die Frage nach der Bedeutung des Pfeilers für die Statik der Kapelle ist wohl nicht zweifelsfrei zu lösen. Aber die Gressenicher gingen auf Nummer sicher.

Das Ergebnis ist jedenfalls, dass „wir alles wieder so restauriert haben, wie es gewesen ist“. Und dazu gehörte auch eine Änderung der ursprünglichen Planung. Sie sah ein Absenken des Weges rund um die Kapelle — an der Seite mit Treppenstufen — vor.

Nun führt der Weg eben auf dem Niveau des Bürgersteigs rund um St. Ursula. Dafür musste der Bereich in dem abfallenden Gelände zusätzlich abgefangen werden. Nun fehlen noch die Schutzgitter, damit niemand herunterfallen kann. „Das ist eigentlich eine gute Lösung“, sagt Winterscheid. Denn nun kann die Anlage barrierefrei genutzt werden.

Zudem sollen Bänke aufgestellt und Grünbeete bepflanzt werden. Voraussichtlich im kommenden Monat werden die Gressenicher das neue Umfeld von St. Ursula genießen und erleben können. „Ziel ist es jedenfalls, die Kapelle wieder mehr in den Mittelpunkt der Gemeinde zu rücken“, sagt Pastor Norbert Bolz.

Eine zweckgebundene Stiftung hatte es der Pfarre bereits ermöglicht, im Laufe der Zeit die im Zweiten Weltkrieg fast nahezu vollständig zerstörte und auf Initiative der Gressenicher Bürger wieder aufgebaute Kapelle, zu restaurieren.

Das Mauerwerk wurde instand gesetzt, Kriegsschäden sind behoben; neuer Blaustein liegt zu Füßen der Statur der Heiligen Ursula, die unter anderem als Schutzpatronin in Notzeiten angebetet wird. Nun wurde das zugewachsene Gelände vom Gebüsch befreit. Seit dem 18. Jahrhundert erinnert die Kapelle der Heiligen Ursula an der Ecke von Rott- und Schevenhütter Straße nahe dem Omerbach an eine Überschwemmungskatastrophe.