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Stolberg-Breinigerberg: Grauer Riese mit langen Ohren

Stolberg-Breinigerberg : Grauer Riese mit langen Ohren

Was für ein Prachtkaninchen: 22 Zentimeter misst jedes der riesigen Schlappohren des „Deutschen Riesen Grau”-Kaninchens.

Der Nager mit den gigantischen Lauschern gehört Georg Thom, der mit seinem Prachttier bei der Lokalschau des Kanichenzuchtvereins (KZV) R300 Breinig die Landesverbandsmedaille gewann.

Glückwünsche von allen Seiten

Es war sein großer Tag: Im Beisein der Vereinskameraden und von insgesamt 93 Kaninchen wurde er in der alten Schule von Breinigerberg seine Siegespokale in Empfang nehmen. Denn neben der Landesverbandsmedaille hat er auch den Vereinsmeistertitel eingestrichen.

Von allen Seiten hagelte es Glückwünsche. „Seine Deutschen Grauen Riesen werden besonders groß. 17 Zentimeter ist als Ohrlänge vorgegeben, aber die Tiere von Thom bringen es auf über 22 Zentimeter”, hob Gudio Lander, seit 15 Jahren Vorsitzender des KZV R300 Breinig, die außergewöhnlichen Zuchtresultate hervor.

Havanna-Kaninchen wird zum Winzling

Während ein durchschnittlicher Deutscher Riese Grau um die 9,8 Kilo auf die Waage bringt, haben die „thomischen” Kaninchen mit über zwölf Kilogramm deutlich mehr auf den Rippen. Am imposantesten werden die Häsinnen, hat Thom festgestellt: „Bei dieser Rasse werden die Mädels immer am schwersten.”

Es ist schon ein kurioses Bild, wenn man einen Deutschen Riesen Grau einem Havanna-Kaninchen gegenüber stellt. Das nougatfarbende Havanna-Kaninchen mutiert zum Winzling, der Deutsche Riese ist drei bis vier Mal so groß.

Züchter aus Leidenschaft

Ein Kaninchenkenner ist auch der CDU-Stadtverordnete Karl-Heinz Eisenmenger. Seit rund 25 Jahren ist er Schirmherr der Lokalschauen des R300. Von ihm erfuhren die Besucher, dass „Oryctolagus cuniculi” schlichtweg Kaninchen bedeutet. Interessante Info am Rande: „Die Zähne des Kaninchens wachsen ein Leben lang nach. Und über seinen Blinddarm verarbeitet es die Rohfaser zu Mineralien und Vitaminen. Diesen Kot verdaut es dann wieder”, erzählt Eisenmenger, während einige der Zuhörer sich Kartoffelsalat und Würstchen schmecken lassen.

Christian Willems, Vorsitzender des Kaninchenzuchtverbandes auf Kreisebene und selbst Züchter aus Leidenschaft, nahm bei der Auszeichnung der wenigen Jungzüchter kein Blatt vor den Mund: „Die Jugend in Breinig war einmal sehr gut. Aber sie ist wie ein Kartenhaufen zusammen gefallen”, macht er sich Sorgen um den Nachwuchs. Die Kinder und Jugendlichen aber, die bei der Stange geblieben wären, würden sich gut um ihre Tiere kümmern, lobt er die Jungzüchter.

Nachwuchs händeringend gesucht

Nachwuchs ist bei fast allen KZV ein großes Problem. In der Pubertät sind bei Jugendlichen eben andere Sachen als „Kaninchen pflegen” angesagt, sie verlieren die Lust an den karottenversessenen Nagern. Der R300 sucht händeringend junge Leute, damit auch in den kommenden Jahren Prachtexemplare wie die Häsin von Thom die Kanichenfreunde entzücken.