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Firma Reidt baut neuen Ofen in Stolberg: Granulat aus Blähglas ist für den Brandschutz heißbegehrt

Firma Reidt baut neuen Ofen in Stolberg : Granulat aus Blähglas ist für den Brandschutz heißbegehrt

An der Zweifaller Straße in Stolberg haben die Arbeiten für den Bau einer neuen Glühglasanlage begonnen. Die Firma Reidt will diese spätestens im Februar 2021 in Betrieb nehmen.

Die Zeiten, in denen man an der Ecke Bernardshammer/Zweifaller Straße Obst und Gemüse kaufen konnte, sind vorbei. Das Gelände wird derzeit kräftig bearbeitet und ist deshalb kaum noch wiederzuerkennen. Mit schwerem Gerät laufen die Vorbereitungen für den Bau einer Glühglasanlage, die die auf der gegenüberliegenden Seite beheimatete Reidt GmbH & Co. KG in Auftrag gegeben hat. Voraussichtlich im kommenden Februar soll die Anlage in Betrieb genommen werden. Sie hat im Dreischichtbetrieb eine Kapazität von jährlich 1500 Tonnen Blähglasgranulat.

Verzögerungen hat es zwischenzeitlich auch auf dieser Baustelle gegeben. Sie haben aber – ausnahmsweise, ist man geneigt zu sagen – nichts mit der Corona-Pandemie zu tun. „Es handelt sich um ein aufgeschüttetes Gelände. Deshalb mussten ein geotechnisches und ein Bodengutachten erstellt werden, um die Entsorgung des Bodenaushubs klären zu können“, berichtet Geschäftsführer Angelo Frechen auf Anfrage unserer Zeitung.

Der ursprünglich für das Jahresende angestrebte Aufnahme der Produktion war vor diesem Hintergrund nicht zu halten. Dennoch soll es auf der Baustelle zügig vorangehen. Noch im Laufe dieser Woche wird nach Aussage des Geschäftsführers die Halle geliefert – eine Stahlskelett-Konstruktion, die eine Fläche von 40 mal 15 Metern umfassen und eine Höhe von zwölf Metern haben wird. „Ab Dezember wird dann die Technik eingebaut“, kündigt Angelo Frechen an.

Mit dem Betrieb des Glühglasofens reagiert die Firma Reidt auf eine stetig steigende Nachfrage auf dem Weltmarkt. An der Zweifaller Straße sollen sogenannte Pyrobubbles hergestellt werden – etwa Blähglas-Granulatkörner, die vor allem zum Brandschutz eingesetzt werden. „Wir haben erfolgreiche Gespräche zur Vermarktung unserer Produkte führen und mehrere Verträge abschließen können“, freut sich Frechen.

Corona hat dem Geschäft offenbar keinen Abbruch tun können. Im Gegenteil: „Wir profitieren von der zunehmenden Elektrifizierung des Autos“, stellt der Geschäftsführer fest. Elektroautos benötigen Speicherkapazität, die dafür eingesetzten Litium-Ionen-Batterien müssen zwischenzeitlich gelagert werden. Und bei der gesicherten Lagerung kommen die Pyrobubbles ins Spiel, die in Zukunft in Stolberg hergestellt werden.

Der Ofen selbst, für den Reidt nach Angaben von Angelo Frechen einen „hohen siebenstelligen Betrag“ investiert hat, ist übrigens bereits seit längerem in Stolberg. Allerdings noch nicht an der Zweifaller Straße, sondern – in Einzelteile zerlegt – in einer Lagerhalle in Münsterbusch.