Blauer Bund: Grabpflege ist Ehrensache

Blauer Bund : Grabpflege ist Ehrensache

Schon am frühen Samstagmorgen wurde am Friedhof Bergstraße ordentlich gearbeitet. Bei schönstem Herbstwetter kümmerten sich 16 Männer um die zahlreichen Kriegsgräber, wie sie auf jedem der Friedhöfe der Kupferstadt zu finden sind.

Sie alle vereint die Mitgliedschaft beim der Kameradschaft Aachen/Eschweiler des Blauen Bundes. Der Verein besteht aus Soldaten und Reservisten der Technischen Truppe der Bundeswehr und bereits vor 20 Jahren stellte Kunibert Matheis den Kontakt zwischen ihnen und der Stadt Stolberg her, so dass einmal im Jahr die nötigen Gerätschaften zur Verfügung gestellt werden, um die zahlreichen Gräber zu pflegen.

Denn im Gegensatz zu den normalen Gräbern, sind die Kommunen verpflichtet die Mahnmale an die Grauen der Weltkriege zu erhalten. So war es bereits im Versailler Vertrag festgehalten. Regelmäßig kehren noch Angehörige an die Gräber zurück, um zu trauern. Doch auch die letzten Ruhestätten von Unbekannten und Kriegsgefangenen sind hier zu finden und werden von den Ehrenamtlern, die aus der gesamten Region kommen, wieder gesäubert.

Sie mähen den Rasen, reinigen die Grabkreuze, jäten die Wege und schneiden Hecken, mehrere Stunden lang. „Wir sind durch einen Kameraden aus Zweifall hierauf aufmerksam geworden und laut unserer Satzung sind wir zum treuen Dienen verpflichtet. Deshalb ist das für uns einfach selbstverständlich. Der Kreis ist bei uns sehr eng, wir reisen auch zusammen und pflegen den Kontakt zu Nato-Kameraden im Ausland“, fasst Karl Wigand zusammen, der mit seinen Kameraden gerade den Platz rund um das Ehrenmal saubermacht.

Ihm ist es wichtig eine Vorbildfunktion zu erfüllen. In manchen Jahren fanden sich sogar schon Bürger die spontan mitgeholfen haben, das mache natürlich stolz. Auch Vorsitzender Günter Selbert kommt gerne der Pflicht nach – auch wenn es anstrengend ist. „Das ist schon Maloche. Aber es ist wichtig, dass es gut organisiert ist und Kunibert macht das super“, lobt er seinen Kameraden.

Zudem gab es von der Stadt Stolberg bereits eine offizielle Partnerschaftsurkunde für den Verein, der in der Region 260 Mitglieder zählt und eine von nur acht Kameradschaften in ganz Deutschland ist. Als Netzwerk für Logistiker der Bundeswehr will der Blaue Bund für gute Kontakte innerhalb des Heeres sorgen und spricht ebenso Unternehmen an.

Nach mehreren fleißigen Stunden sind die Wege am Friedhof wieder frisch aufbereitet und das Herbstlaub von den Gräbern weggeräumt, die Geräte können wieder zurückgestellt werden. Klar, dass beim nächsten Termin wieder alle mit dabei sind. Der Kontakt der Offiziere und Unteroffiziere bleibt ja schließlich durch den Blauen Bund ohnehin erhalten.

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