Stolberg: „Goethe”: Skizzen lassen schon viele Einblicke zu

Stolberg : „Goethe”: Skizzen lassen schon viele Einblicke zu

Die geplante Erweiterung des Goethe-Gymnasiums wird zur politischen Zwickmühle. Weil der von der Schule angemeldete Raumbedarf größer und damit teurer ist als ursprünglich vorgesehen, müsste man zur Realisierung entweder mehr Geld ausgegeben als im Haushalt für die nächsten beiden Jahre vorgesehen, oder Abstriche beim jetzt vorgelegten Entwurf machen.

Weil aber der Tag der Kommunalwahl näher rückt, will die Politik nur ungern Ja sagen (zu den erwarteten Kosten), genauso ungern aber Nein (zu dem von der Schule angemeldeten Raumbedarf).

Auf Zeit spielen kann die Politik aber auch nicht, denn will man den Landeszuschuss für den Mensabau in Höhe von 100000 Euro nicht verspielen, dann muss dieser bis Ende 2010 abgeschlossen sein.

Esrt einmal zugestimmt

Also hat der Bau- und Vergabeausschuss (BVA) am Mittwoch der Vergabe einer Architektenplanung erst einmal zugestimmt und - nach Informationen unserer Zeitung - im nichtöffentlichen Teil der Sitzung den Aachener Architekten Klaus Bernardi damit beauftragt, eine Vorplanung für die Erweiterung des Goethe-Gymnasiums zu erstellen.

Das ist allerdings durchaus verwunderlich, denn in vergleichbaren Fällen werden viel weiter gehende Leistungen, nämlich eine Entwurfsplanung, die wesentlich genauer ist, und eine darauf aufbauende Genehmigungsplanung, gleich mit beauftragt. Umso erstaunlicher ist der Vorgang aber auch deshalb, weil ein ziemlich detaillierter Entwurf des Architekten, der unserer Zeitung vorliegt, bereits existiert.

Das Konzept sieht einen halbkreisförmigen, in den Hang zur Walther-Dobbelmann-Straße hin integrierten Solitärbau vor. In diesem befinden sich die Mensa mit 144 Sitzplätzen, Räumen für die Essensvorbereitung, Spülküche Toiletten und Garderobe sowie drei Besprechungs- bzw. Computerarbeitsräume. Außen an die Rundung angebaut sind vier weitere Räume mit Schüler- und Lehrerarbeitsplätzen.

Der Plan für die halbkreisförmige Mensa liegt bereits seit mehr als einem halben Jahr vor, inklusive einer Kostenschätzung, die auf den 12. Dezember 2008 datiert ist. In diesem ersten Entwurf sind allerdings die Besprechungs- beziehungsweise Computerarbeitsräume nicht integriert, auch der „Anbau” mit den Hausaufgaben- und Lehrerarbeitsräumen wurde erst hinzugefügt, als klar wurde, dass die Erweiterung einen größeren Umfang einnehmen soll.

Dennoch würde nun keine Leistung beauftragt, die der Architekt bereits erbracht habe, sagte gestern Fachbereichsleiter auf Anfrage. „Das ist kein Vorentwurf, das sind Skizzen”, erneuerte Braun seine Sicht der Dinge, die er auf Nachfrage der CDU bereits in der Ausschusssitzung am Mittwoch dargelegt hatte. Wenn man heuzutage Skizzen mache, dann mache man die im „CAD”. Die englische Abkürzung steht für Computer unterstütztes Design. „Das sieht alles furchtbar durchgeplant aus”, erklärte Braun, „ist aber noch kein Vorentwurf.

Auf eigenes Risiko

Im Laufe der vergangenen Monate habe sich ja auch Einiges geändert was die Bedarfsplanung angeht. So habe man sich entschieden, die Mensa mit weniger Raum auszustatten, dafür aber mehr Platz für die schulische Erweiterung zu schaffen. Tatsächlich sah das Ursprungskonzept 192 Sitzplätze in der Mensa vor, von denen nun 44 zu Gunsten der drei Arbeitsräume wegfallen.

Laut dem Fachbereichsleiter hat der Architekt, der in seinem jüngsten Entwurf schon genaue Quadratmetervorgaben umgesetzt hat, auf eigenes Risiko gehandelt. Auch das sei bei einer Akquise nicht so unüblich.

Nun soll die Planung weiter voran getrieben werden, denn Ziel ist es immer noch, im Dezember 2010 mit dem gesamten Bau fertig zu sein.