Stolberg: Gesundheitszentrum nimmt High-Tech-Tomographen in Betrieb

Stolberg: Gesundheitszentrum nimmt High-Tech-Tomographen in Betrieb

Das Stolberger Bethlehem-Gesundheitszentrum hat seinen neuen Computertomographen in Betrieb genommen. Am Wochenende wurde das hochmoderne High-Tech-Gerät eingeweiht. Rund zwei Millionen Euro hat das Krankenhaus in diesen 64-Zeilen-Tomographen investiert.

Er soll nicht nur wesentlich deutlichere und von den Ärzten besser zu interpretierende Bilder liefern, sondern die Strahlenbelastung für die Patienten auch um fast 40 Prozent verringern. Nicht zuletzt, weil die Behandlungsdauer wesentlich verkürzt werden kann.

Zu den Gästen, die das neue Gerät jetzt in Augenschein nahmen, gehörte auch Bürgermeister Tim Grüttemeier. „Diese Investition ist ein wichtiges Signal für das Krankenhaus und unsere Stadt. Sie erweitert das Leistungsspektrum in einem wichtigen Bereich“, betonte Grüttemeier.

Er erinnerte daran, dass das Krankenhaus der größte Arbeitgeber in der Stadt sei und ein wichtiger Ausbildungsbetrieb. Grüttemeier: „In diesem Haus geht es um die Pflege, das Heilen und das Retten von Leben.“ Auch Landtagsabgeordneter Axel Wirtz (CDU) dankte dem engagierten Träger der Klinik für die wichtige Investition. Der gute Ruf des Bethlehem Gesundheitszentrums habe sich herum gesprochen. Ablesbar an ständig steigenden Patientenzahlen.

Zügig umgesetzt

Klinik-Geschäftsführer Dirk Offermann begrüßte weitere Gäste aus der Politik, aber auch niedergelassene Ärzte aus Stolberg, die sich stets dem Krankenhaus vor Ort verbunden fühlten und sich natürlich auch für eine Erweiterung des Angebotes im Haus interessierten. Offermann erinnerte daran, wie zügig das technisch doch sehr anspruchsvolle Gerät im neuen Tomographenraum installiert worden sei.

Anfang Juli hätten Geschäftsführung und Aufsichtsrat die Entscheidung zur Anschaffung des Gerätes getroffen. Natürlich mussten Umbauten in den dazu gehörigen Röntgen-Räumen vorgenommen werden, um die neue Technik unterzubringen. Und Mitte August sei bereits die erste Untersuchung im neuen CT vorgenommen worden. Das sei eine besondere Leistung aller Beteiligten.

An die Adresse der Politik gerichtet, erinnerte Offermann daran, dass das Krankenhaus mehr Personal benötige, damit sich die Betreuungskräfte genügend um die Patienten kümmern könnten. Das geplante Krankenhaus-Strukturgesetz komme den Kliniken vor allem in diesem Punkt nicht gerade entgegen. Offermann: „Wir wollen uns Zeit nehmen für Sie, doch diesen Wunsch zu erfüllen, wird immer schwieriger.“

Dr. Dolores Hübner, Chefärztin der Radiologie und Ärztliche Direktorin des Gesundheitszentrums, erläuterte den Gästen die Funktionsweise des neuen Gerätes. Die Computertomographie (CT) ist eine computergestützte Röntgenuntersuchung. Dabei wird die zu untersuchende Region in Scheiben aufgenommen. Mit Hilfe der Computertechnik und einem Messsystem werden die Querschnittsaufnahmen des Körpers berechnet und auf einem Monitor dargestellt.

Bei einer Rotation von Röntgen- „Zeilen“ einmal rund um den menschlichen Körper werden wichtige Dinge vom Herzzustand bis zu Knochenbrüchen erfasst. Während sich bei den ersten Geräten auf dem Markt die Zeilen nur einmal pro Sekunde um den Körper drehten, war das bisher im Stolberger Krankenhaus genutzte CT bereits ein 16-Zeiler. Im neuen Gerät drehen sich 64 Zeilen, fast zwei pro Sekunde, um die zu untersuchende Person. „Mit diesem Gerät können wir neue Akzente setzen“, betonte Dr. Hübner.

Vor allem bei Patienten mit Herzerkrankungen sei eine Diagnose wesentlich schneller und genauer möglich. Oft könne dem Patienten so bereits eine schmerzhafte und aufwendige Herzkatheter-Untersuchung erspart bleiben. Ob der Patient oder die Patientin womöglich kurz vor einem Herzinfarkt stehe, könne jetzt meist schon auf den CT-Bildern aufgezeigt werden. Hübner: „Auch kleinere Anzeichen kann man jetzt besser erkennen. Die Bilder haben eine höhere Auflösung.“

Das neue CT kann auch besser an die Bedürfnisse der Untersuchten angepasst werden. So können spezielle Filter etwa die Schilddrüse oder die weibliche Brust vor einer Strahlenbelastung schützen. Bei älteren Menschen, Kindern oder schwer Verletzten sei die Untersuchung nun weniger belastend, da sie wesentlich kürzer durchgeführt werden könne. Auch sei eine geringere Gabe von Kontrastmitteln nötig.

Die neue „Röhre“ hat einen Durchmesser von rund 70 Zentimetern. Angenehm zu wissen für Menschen mit Platzangst. Vor allem Kinder werden sich über den Bildschirm freuen, der oberhalb der Röhre angebracht ist. Hier laufen Trickfilme oder auch ein Film mit bunten Fischen, aufgenommen in einem Aquarium. Die Filme sollen ablenken, während die Pritsche mit den Patienten durch das Aufnahmegerät geschoben wird. Ältere Patienten werden sich vielleicht eher vom blauen Himmel mit weißen Wolken ablenken und beruhigen lassen, der an der Decke über dem Gerät installiert wurde.

Das neue Gerät stammt von einem amerikanischen Hersteller. Vielleicht mit Blick auf die Patienten in den USA wurde die Liege für einen Menschen mit einem maximalen Körpergewicht von 230 Kilogramm ausgelegt. Kardiologe Dr. Andreas Bootsveld verwies vor allem auf die neue Qualität der Herzaufnahmen. Auch wenn der Patient ruhig auf der Liege verweile, atme er ja weiter und sein Herz bewege sich auch weiter. Mit der neuen Technik könnten diese Störungen bei der Aufnahme wesentlich besser ausgeblendet werden.

Krankenhauspfarrer Christoph Schneider segnete den neuen CT ein. Auch sein evangelischer Kollege Andreas Hinze sprach das Gebet über die neue Errungenschaft des Bethlehem-Gesundheitszentrums.

Mehr von Aachener Zeitung