Geschichtsverein Stolberg fährt nach in Dinant

Als die Batteurs flüchteten : In der Heimat Stolberger Kupfermeister

Kürzlich lud der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein zu einer Exkursion in die frühere Heimat eines Teils Stolberger Kupfermeister ein. Die Fahrt der 45 Teilnehmer führte in die belgische Stadt Dinant an der Maas.

Im 12. Jahrhundert blühte in Dinant das erfolgreiche Messinghandwerk und gab der Stadt eine besondere überregionale Bedeutung. Die Bezeichnung „Dinanterien“ wurde zum Synonym für bestimmte in Dinant hergestellte Messingwaren.

Nachdem Karl der Kühne, Herzog von Burgund, im Jahre 1466 die Stadt Dinant zerstört hatte, verließen viele Batteurs, heute Kupfermeister beziehungsweise Kupfer- und Messingschläger genannt, die Stadt und siedelten sich in anderen Städten an, so auch in Lüttich und Aachen, wo sie ein blühendes Gewerbe aufbauten.

Von Aachen kamen auch Kupfermeister nach Stolberg zum Beispiel die Kupfermeister der Familie Momma, die schon in Dinant nachweisbar ist. Das malerische Städtchen faszinierte von Anfang an durch seine pittoresken Häuser, die aber nach der Zerstörung im Ersten Weltkrieg nach alten Ansichten und Plänen wieder neu aufgebaut wurden.

Besonders beeindruckend ist die Zitadelle (1818 bis 1821 erbaut) auf dem hohen Felsen, zu der eine Seilbahn führt. Überregional bekannt ist die Stiftskirche Notre Dame de Dinant aus dem 13. bis 14. Jahrhundert mit einem kunstvollen Westwerk. Die ehemalige Abtei Notre-Dame de Leffe von 1152 ist der Namensgeber der Biersorte „Leffe“.

Beim geführten Stadtrundgang fielen besonders die übermannsgroßen avantgardistischen Saxophonmodelle auf der Pont Charles de Gaulle sowie verschiedenen Plätzen der Altstadt auf, mit der die Stadt ihren großen Sohn, Adolphe Sax (1814 bis 1894) feiert. Während der Rückfahrt war ausreichend Zeit, die vielfältigen Eindrücke zu verarbeiten und sich entspannt über die informative und erlebnisreiche Fahrt auszutauschen.

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