Stolberg-Zweifall: Geschichte Zweifalls bewahren

Stolberg-Zweifall: Geschichte Zweifalls bewahren

Der „Azubi” des Museumssägewerks im Solchbachtal ist nicht mehr der Jüngste: Heinz Schmitz geht stramm auf die 81 zu. Damit ist er für eine Ausbildung wohl schon ein bisschen zu alt, aber er fühlt sich wahrlich nicht zu alt, um zu lernen.

Bei den Führungen und auch bei den Treffen des Fördervereins im Museumssägewerk lernt der erfahrene Schreinermeister immer wieder Neues darüber, wie in früheren Zeiten in der Holzwirtschaft gearbeitet wurde. Er will dazu beitragen, das Gestern und Heute zu bewahren und bringt sich darum als Ehrenamtler gerne ein.

Interessiert an der Holzverarbeitung sind auch die 20 Besucher, die sich an diesem strahlenden Sommertag im Zweifaller Museumssägewerk eingefunden haben. Rentner Ernst Strauch ist aus Aachen angeradelt, um an einer Führung teilzunehmen. „Mich fasziniert das Material Holz, darum bin ich heute hier”, erzählt Strauch, der als Stellmacher (Herstellung von Holzkarren) arbeitete.

Von April bis Oktober hat das Museum an jedem Wochenende geöffnet. An jedem dritten Samstag im Monat werden Vorführungen angeboten, es wird die große Gattersäge angeworfen, die scheinbar mühelos selbst mächtige Baumstämme zerteilt. Bis zu 800 Besucher sehen das jährlich.

Doch bis der Stamm von der Säge zerteilt wird, ist es ein mühsamer Weg: Erst muss der Baum gefällt und von den Ästen befreit werden. Robert Jansen, Vorsitzender des Fördervereins, bringt die einzelnen Arbeitsschritte in einem Satz auf den Punkt: „Wir machen aus rundem Holz eckiges Holz.”

Der technische Fortschritt hat die Forst- und Holzwirtschaft verändert und die Arbeit erleichtert, erfahren die Besucher bei der Führung, die in der Vergangenheit beginnt und bis in die Gegenwart reicht.

Alte Fotos an den Wänden

Anschaulich erklärt der Forstdirektor, wie einst das Holz geschlagen, transportiert und bearbeitet wurde. Er deutet auf alte Fotos, die die Wände des urigen Holzhauses zieren, und erklärt die Funktionsweise der Ausstellungsstücke. An einer Wand hängen gleich mehrere Kettensägen.

Berufsbedingt litten Holzfacharbeiter in früheren Zeiten häufig unter Durchblutungsstörungen in den Händen, so Jansen. „Das kam daher, dass sie die Motorsäge auch bei großer Kälte festhalten mussten. Das starke Vibrieren und das starre Festhalten sind nicht gesund, darum verfügen moderne Motorsägen über einen Vibrationsschutz und beheizbare Griffe”, erläutert Jansen.

Die Gattersäge wird angeworfen und geht durch den Douglasienstamm wie durch Butter. Die Säge aus den 30er Jahren funktionsfähig zu halten, heißt die Geschichte des Ortes zu bewahren.

Der Wald hat Zweifall geprägt, die Holzwirtschaft ist seine Lebensader. Das Museumssägewerk wird demnächst eine weitere Säge erhalten, die im Außenbereich aufgestellt werden soll.

> Vorführungen auch nach Absprache möglich

Geöffnet hat das Museumssägewerk an der Jägerhausstraße in Zweifall während der Saison (1. April bis 31. Oktober) jedes Wochenende. Besichtigen kann man es samstags in der Zeit von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 11 bis 16 Uhr.

Vorführungen finden an jedem dritten Samstag im Monat um 16 Uhr sowie nach Absprache statt.