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Stolberg: Gekrallt: Schuldner werden zu Zahlern

Stolberg : Gekrallt: Schuldner werden zu Zahlern

Sie greift jetzt seit einem Jahr in Stolberg und hat sich mehr als bezahlt gemacht: die Parkkralle.

Sie ist die vorletzte Maßnahme, mit der die Stadt säumigen Zahlern auf die Pelle rückt und wird erst eingesetzt, wenn die zuvor ergangenen freundlicheren Zahlungsaufforderungen der Verwaltung ingoriert wurden.

„Die Parkkralle hat sich außerordentlich bewährt”, resümierte Kämmerer Dr. Wolfgang Zimdars auf Anfrage unserer Zeitung. Die Motivation zum Bezahlen seiner Schulden bei der Verwaltung sei rapide gestiegen.

In vergangenen Zeiten begnügten sich die Vollstreckungsbeamten der Stadtkasse damit, die Kennzeichen an Fahrzeugen von latent säumigen Schuldnern zu demontieren. Dies hinderte die Halter jedoch nicht, ihre Fahrzeuge zu benutzen, mussten die Beamten feststellen.

Ganz anders sieht das bei angelegter Kralle aus. „Betroffene kommen meist wenige Stunden später, um ihr Soll auszugleichen”, freut sich der Kämmerer über die deutlich gestiegene Zahlungsmoral. Mehr noch: „Wir müssen davon ausgehen, dass wir zwei Drittel der Fälle ohne Parkkralle gar nicht hätten eintreiben können”.

Immerhin sind im vergangenen Jahr so 15.000 säumige Euro ins Stadtsäckel geflossen. Eine stolze Bilanz angesichts der Investition von 600 Euro für vier Parkkrallen-Exemplare.

Sie wird allerdings nur in besonders „schwierigen Fällen” eingesetzt, wie Helmut Mehr, Leiter der Stadtkasse, schildert: „Wird die erste Rechnung nicht beglichen, schicken wir eine Mahnung. Erfolgt darauf keine Reaktion, wird die Vollstreckung angekündigt. Ist der Betreffende beim Besuch des Vollziehungsbeamten nicht zu Hause, wird er schriftlich über den nächsten Besuch informiert”, so Mehr weiter.

„Erst beim dritten Mal wird gepfändet. Wissen wir, wo der Schuldner beschäftigt ist, erfolgt eine Lohnpfändung. Sollte die Kontoverbindung bekannt sein, führen wir eine Kontopfändung durch. Ansonsten greift die Sachpfändung. Letzte Möglichkeit wäre dann eine Erzwingungshaft.”