Stolberg-Vicht: Geburtstagsfeier: Pfarrkirche wird 100 Jahre alt

Stolberg-Vicht: Geburtstagsfeier: Pfarrkirche wird 100 Jahre alt

Die Vichter Pfarrkirche St. Johannes Baptist an der Eifelstraße ist ein beeindruckender neugotischer Bau. Seine mächtige dreischiffige Bruchsteinhalle prägt das Ortsbild. Am 18. August 1912 wurde darin zum ersten Mal ein Gottesdienst gefeiert.

Das Jubiläum zum hundertjährigen Bestehen steht am Sonntag, 30. September, an. Es beginnt mit einem Festgottesdienst um 9.30 Uhr, dem ein gemütliches Beisammensein im Pfarrheim folgt. Die Baupläne hat der damalige Aachener Architekt Franz Wildt erstellt. Er plante ein Gotteshaus, dass sich an einem asymmetrischen Grundriss orientiert.

Bauplatz sollte das gegenüber der alten Kirche gelegene Gelände sein. Die Bauarbeiten begannen im Juni 1911 und wurden bereits im August 1912 abgeschlossen. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Schließlich ist die Kirche, die einen dominanten Glockenturm besitzt, innen wie außen ein Schmuckstück geworden.

Im Innenbereich fällt die großzügige Gestaltung ins Auge. Die beiden Seitenschiffe werden durch kleine, kapellenartige Ausbuchtungen aufgelockert.

Ein Glanzlicht im wahrsten Sinne des Wortes sind die um 1913 entstandenen Fenster im Renaissance-Stil. Ihre Entstehung - hergestellt wurden die zehn Glasgemälde in der Linnicher Werkstätte Oidtmann - ist der Spendenbereitschaft zahlreicher Vichter Familien zu verdanken: Die Namen der Stifter sind in den jeweiligen Fenstern vermerkt.

Eine Kuriosität stellen zwei Fenster dar, deren Bildinhalte zeitgenössische Darstellungen sind. So wird das der armen Witwe gewidmete Fenster von einer Person dominiert, die Kleidung trägt, wie sie um 1900 in Vicht üblich war. Außerdem ist im Bild ein Opferstock zu sehen, der heute noch in der Vichter Pfarrkirche vorhanden ist. Ebenso das Fenster, das den Titel trägt „Lasset die Kindlein zu mir kommen”: Das kniende Mädchen mit dem Haarkranz ist eine Abbildung aus dem 19. Jahrhundert.

Die im Chor vorhandenen vier großen Fenster hat 1954 der bekannte Glasmaler Walter Benner (1912-2005) erstellt. Ältestes Ausstattungsstück der Kirche ist das aus Blaustein bestehende Taufbecken. Es wurde schon 1694 hergestellt.

Die Kirche St. Johannes Baptist hat einen Vorgängerbau. Auf der gegenüberliegenden Seite steht die Johanneskapelle. Sie stellt den Ursprungsbau dar und wurde schon 1672 erbaut. Diese kleine Kirche wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erweitert. Der alte Turm und das Langhaus wurden abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Allerdings erwies sich dessen Qualität in den Folgejahren als mangelhaft. 1912 wurde der Neubau fällig, dessen Jubiläum jetzt gefeiert wird.