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Fußfalle neben taktilen Leitelementen für Behinderte

Prämienstraße (K13) : Stadt stopft Loch des Landesbetriebs

Am Dienstag ging alles dann doch ganz schnell nach dem Anruf unserer Redaktion im Rathaus. Der Technische Beigeordnete Tobias Röhm setzte sofort das Technische Betriebsamt in Marsch, um ein Loch zu stopfen, das einer anderen Behörde gehört.

Diese hat sich aber seit Monaten nicht um ihre gefährliche Fußfalle gleich am eigentlich barrierefreien Fußgängerüberweg gekümmert.

„Tatort“ des „Attentatversuches“ gewesen ist die Ecke von Prämienstraße und Meisenweg – genau zwischen den Bushaltestellen und dem Seniorenzentrum am Amselweg eine besonders beliebte „Einflugschneise“ für betagte Mitbürger. Dort prangt das Loch, gut 30 Zentimeter lang, fußbreit und knöcheltief, in einer Schachtabdeckung. Diese bildet eine Ecke der in Weiß gepflasterten taktilen Leitelemente für beeinträchtigte Mitmenschen.

Längst keine guten Zeiten mehr

In guten Zeiten dürfte das Loch in der Schachtabdeckung durch ein Metallgitter versperrt gewesen sein und die umgebende Betonplatte in einem noch nicht maroden Zustand befunden haben. Das ist längst nicht mehr der Fall.

Und somit ist die „Tatzeit“ schwieriger zu definieren. Anwohner berichten, bereits im Mai die Stadtverwaltung über die Gefahrenstelle informiert zu haben. Die hat auch reagiert und das Loch mit einer Warnbake gesichert. Diese soll mehrfach von gewissenlosen Zeitgenossen umgestellt oder gar entwendet worden sein, so dass das Betriebsamt ebenso regelmäßig im Einsatz war.

Zu guter Letzt wurde nur noch der Standfuß der Bake gesichtet. Doch selbst der verschwand kurz vor der Jahreswende. Übrig blieb das gefährliche Loch. Einen Rollstuhlfahrer haben Anwohner noch kurz davor gerettet, sich dort fest zu fahren, berichten sie. Ob ein Passant wirklich einmal stolperte oder steckenblieb ist nicht überliefert. Jedenfalls ist der Stadtverwaltung der „Tatort“ bestens bekannt. Und das nicht nur vom Rücken der Warnbake, sondern auch aufgrund der wiederholten Hinweise an die zuständige Behörde, berichtet Röhm.

„Mehrfache Aufforderungen“

Normalerweise dient der „Tatort“ als Abdeckung und Lüftung eines Kabelschachtes für die Lichtzeichenanlage an der Kreuzung von Holderbusch und Meisenweg mit der Prämienstraße. Diese ist klassifiziert als Kreisstraße 13 und fällt damit in die Straßenbaulast der Städteregion Aachen.

Diese wiederum hat den Landesbetrieb Straßenbau mit der Unterhaltung ihrer Kreisstraßen beauftragt. Und an den habe sich das Technische Betriebsamt mehrfach gewandt, die Gefahrenstelle zu beseitigen. Der Landesbetrieb wird wohl auch weiterhin der Ansprechpartner bleiben, wenn die Stadt das Loch verschlossen hat.

(-jül-)