Fußball-Nationalspieler Jens Nowotny ehrt zahlreiche Aktive bei Stolberger Sportlerehrung

Festlicher Abend im Zinkhütter Hof : Sportler des Jahres leuchtende Vorbilder

Die Kupferstädter Sportler des Jahres 2018 sind ermittelt und im Rahmen der Sportlerehrung von Stadt und Stadtsportverband gewürdigt worden. In Kombination mit dem geheimen Votum einer Jury konnten die Stolberger Bürger für ihre Sportler des Jahres abstimmen, und besonders eng ging es bei der Wahl der Mannschaft 2018 zu.

Am Ende machten die Wasserballer des Stolberger Schwimmvereins das Rennen. Das Team aus der Oberliga – der dritthöchsten Wasserballliga in Deutschland – verbuchte in 2018 Turniererfolge wie unter anderem Siege beim Elbcup in Hamburg, beim H2-Turnier in Luxemburg und beim Kaiserslauterer Mixed-Turnier.

Die Titelträger

So sehen sie aus, die Hauptpreise der Stolberger Sportlerehrung. Foto: Jürgen Lange

Den Titel Sportler des Jahres 2018 holten die Wasserballer knapp vor der in die Verbandsliga aufgestiegenen Mannschaft des Stolberger SV Handball.

Den dritten Platz in der Kategorie belegt die Bosselmannschaft der Vereinigung für Behindertensport Stolberg, die den Sieg bei der NRW-Landesmeisterschaft errang und sich beim „Eisstockschießen in der Turnhalle“ den vierten Rang bei den Deutschen Meisterschaften sicherte.

Die Tanzschule „Not just dancing“ unterhält die Gäste bei der Sportlerehrung mit einem temperamentvollen Flashmob. Foto: Dirk Müller

Sportlerin des Jahres ist Felipa Hermann. Die 14-Jährige trainiert am Olympiastützpunkt in Essen und ist Deutsche Meisterin im Duathlon und auch im Team erfolgreich: Felipa Hermann ist Deutsche Mannschaftsmeisterin in Duathlon wie im Triathlon. Nina Berger, mit zehn Jahren bereits sowohl als Turnerin, als auch als Kunst- und Turmspringerin enorm erfolgreich, wurde zweite Sportlerin des Jahres, und den dritten Platz belegten Lara Becker (14) und Marjan Eishanzada (15), die sich als Ju-Jutsu-Duo auch über den dritten Platz bei der Weltmeisterschaft in Athen gefreut haben.

Festlicher Rahmen

Jorick Espeter (l.) erhält von Sascha Schaffrath von der Sparkasse den neuen Sonderpreis. Foto: Dirk Müller

Ein starker Mann ist Sportler des Jahres: Vadim Sichwardt ist in Lettland Weltmeister geworden in dem Kraftsport, bei dem Kugelhanteln gerissen und gestoßen werden. In Ungarn gewann Sichwardt den Vizeeuropameistertitel, und holte die Deutsche Meisterschaft im Kettlebell nach Stolberg – und gewann. Der 37-Jährige ist auch maßgeblich daran beteiligt, dass die nächste Europameisterschaft Ende Mai / Anfang Juni in der Kupferstadt ausgetragen wird.

Auf den zweiten Rang bei der Wahl zum Sportler des Jahres wurde Joshua Filler gewählt. Der 21-jährige Billard-Profi wurde in der Disziplin 9-Ball Weltmeister in Katar, gewann die „World Pool Series“ in New York und wird im „Guinness Buch der Rekorde“ als bester und jüngster Spieler aufgeführt.

Die Big Band des Ritzefeld-Gymnasiums, „Crack Field Stompers“ gestaltet virtuos den musikalischen Rahmen im Museum Zinkhütter Hof. Foto: Dirk Müller

Der mehrfache Deutsche Meister im Radcross und Nummer 9 der Weltrangliste, Marcel Meisen, belegte den dritten Platz der Sportlerwahl.

Den neuen Sonderpreis für Jugendliche, der das ehrenamtliche Engagement im Sport auszeichnet, erhielt Jorick Espeter von Tabalingo vor Sebastian Püttgen von der Stolberger Turngemeinde und Florian Braun vom Stolberger SV Handball.

Ex-Fußballprofi und 48-facher Nationalspieler Jens Nowotny (links) ehrt nicht nur die Stolberger Sportler, sondern lässt sich auch gerne vom Ersten Beigeordneten Robert Voigtsberger interviewen. Foto: Dirk Müller

 Freilich wurden bei der Sportlerehrung noch zahlreiche weitere Aktive gewürdigt (siehe Infokasten), und die von Stefan Graff souverän moderierte Veranstaltung glänzte mit einem festliche Rahmen und der Musik der Ritzefeld-Gymnasium-Big-Band „Crack Field Stompers“.

Zudem war der Abend im Museum Zinkhütter Hof tatsächlich sportlicher denn je. Die Bühne war mit einem kleinen Kunstrasen-Fußballfeld, Toren und Bällen diverser Sportarten bestückt, im Saal waren Trial-Motorräder, Triathlon-Rennmaschinen und Kugelhanteln zu bestaunen, die Büsbacher Tanzschule „Not just dancing“ präsentierte einen temperamentvollen „Flashmob“, und der Ehrengast war diesmal besonders hochkarätig: Jens Nowotny, ehemaliger Fußballprofi bei Kaiserslautern, Bayer Leverkusen und Dinamo Zagreb sowie 48-facher Nationalspieler, ehrte die Stolberger Sportler und wurde vom Ersten Beigeordneten Robert Voigtsberger auf der Bühne interviewt.

Florian Braun, Jorik Espeter und Sebastian Püttgen wetteiferten um den neuen Sonderpreis für ehrenamtlich aktive Jugendliche. Foto: Jürgen Lange

Nowotny erinnerte sich sowohl an seine Jugend- und Amateurzeit – „das war Spaß pur“ –, als auch an seine Karriere in der Nationalelf, insbesondere beim „Sommermärchen“ 2006, der WM in Deutschland. Zur derzeitigen Situation der Nationalmannschaft sagte Nowotny mit Blick auf das kommende Länderspiel prägnant „Holland, wir kommen!“, und hob den funktionellen Stellenwert des Sports hinsichtlich der Integration hervor. Voigtsberger freute sich indes nicht nur über den Ehrengast, sondern auch über einen Ehrensäbel.

Die Stolberger Grande Dame des Fechtens, Trägerin des Olympischen Ordens – der höchsten internationalen Sportauszeichnung – und langjährige Funktionärin im Olympischen Komitee, im Deutschen Sportbund und im Deutschen Fechterbund, Erika Dienstl, war 2010 mit dem Ehrensäbel des Europäischen Fechtverbands ausgezeichnet worden und schenkte jenen Ehrensäbel jetzt der Kupferstadt. Wobei Stolberg durchaus auch den Beinamen „Sportstadt“ tragen könnte, wie Gerd Schnitzler, Vorsitzender des Stadtsportverbands, bemerkte und mit reichlich Fakten unterlegte.

Felipa Herrmann erhält den Preis aus den Händen von Karina Wahlen, Gerd Schnitzler und Jens Nowotny. Foto: Jürgen Lange
Wadim Sichwardt erhält den Preis aus den Händen von Karina Wahlen (verdeckt), Gerd Schnitzler und Jens Nowotny. Foto: Jürgen Lange

Überregionale Wettkampfstätte

Schnitzler zählte auf, dass in Stolberg Weltmeister, Sportler von internationaler Spitzenklasse, Deutsche Meister und Landesmeister aktiv sind. Hinzu kämen herausragende Sportveranstaltungen und mit dem sanierten Stadion Glashütter Weiher bald die einzige Sportstätte im Altkreis für überregionale Wettkämpfe.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Karina Wahlen hob die Bedeutung des neuen Sonderpreises für Jugendliche hervor, und sagte, alle anwesenden Sportler seien leuchtende Vorbilder. Ebenso wie Jochen Emonds, Vorsitzender des Sportausschusses dankte Wahlen besonders der Sparkasse, die in Stolberg als Sponsor sowohl die Sportlerehrung, als auch den Sport generell vielfältig unterstützt.

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