Stolberg: Fußball-„Motivationsbonus”: Kommunalaufsicht schreitet ein

Stolberg: Fußball-„Motivationsbonus”: Kommunalaufsicht schreitet ein

Wirklich gut fühlte sich Edmund Offermann wohl nicht: „Eigentlich kann sich die Stadt das nicht mehr erlauben. Aber es gibt nun mal gültige Verträge, und zu denen stehen wir”, erklärte der SPD-Politiker.

Auch manch anderer Anwesender mag angesichts der finanziellen Probleme der Stadt ein ungutes Gefühl verspürt haben, aber am Ende fiel das Votum dennoch einstimmig aus: Der Sportausschuss hat Hauptausschuss und Rat am Dienstagabend empfohlen, für das Jahr 2010 insgesamt gut 38.000 Euro an mehrere Fußballvereine auszuzahlen.

Die Gelder sollen als „Motivationsbonus” gewährt werden für erzielte Energiekostenreduzierungen, die gemäß der noch bis 2015 gültigen Sportstätten-Nutzungsverträge zu mindestens 50 Prozent dem jeweiligen Verein zugute kommen. ­Je nach Zahl der Jugendmannschaften kann sich der Anteil bis auf 70 Prozent erhöhen.

Ob es in diesem Jahr allerdings tatsächlich noch zu einer Auszahlung kommen wird, ist derzeit offen. Fachbereichsleiter Willi Seyffarth berichtete den überraschten Ausschussmitgliedern, dass sich die Kommunalaufsicht eingeschaltet und sämtliche Unterlagen angefordert habe, um die Angelegenheit überprüfen zu können. Die Verwaltung will nun die Bewertung abwarten, wie Seyffarth betonte: „Die Energiekosten werden in der Zwischenzeit ja weiter von der Stadt getragen.”

Sollte das Okay aus Aachen bzw. Köln letztlich folgen, ginge der Hauptanteil des Geldes an den VfL Vichttal, dem für das vergangene Jahr 15 815 Euro gutgeschrieben werden sollen. Der Fusionsverein profitiert in erster Linie davon, dass sich das sportliche Geschehen nach dem Zusammenschluss von VfB Vicht und VfL Zweifall auf den Dörenberg konzentriert und die Verbrauchskosten gegenüber dem als Referenzwert geltenden Durchschnitt aus den Jahren 2011 bis 2003 deshalb deutlich gesenkt werden konnten.

Berücksichtigt wurden die Kosten für Heizung, Strom, Wasser/Abwasser und Restmüllentsorgung - ergänzt durch einen Klimakorrekturfaktor, mit dessen Hilfe die witterungsbedingten Schwankungen in Relation gesetzt werden sollen zu den angefallenen Kosten.

5589 Euro sind für den SV Breinig vorgesehen, der allerdings einen Teil der Mittel an den FC Breinigerberg weitergeben dürfte, der für die Nutzung der Anlage auf dem „Balkan” eine Aufwandsentschädigung enthält. So relativieren sich auch die 818 Euro, die der FCB wegen erhöhter Verbrauchskosten an die Stadt zahlen muss. Deutlicher fällt die Zahlungsaufforderung an den VfR Venwegen aus. Er muss 2021 Euro aufbringen, während auf den SC Münsterbusch 715 Euro zukommen.

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