Fußball in Stolberg: Gemischte Reaktionen beim Thema Kunstrasen

Fußball in Stolberg: Nicht nur positive Reaktionen auf Kunstrasenplatz

Der VfL Vichttal soll einen neuen Kunstrasenplatz bekommen, da der Trainingsbetrieb nach der Fusion kaum mehr möglich ist. Zum größten Teil gibt es positive Reaktionen, nur die Grünen sind dagegen. Der Rat entscheidet im Januar.

Der Traum von einem weiteren Kunstrasenplatz könnte für den VfL 08 Vichttal Mausbach Vicht Zweifall bald schon in Erfüllung gehen. Die Mitglieder des Ausschusses für Schule, Kultur, Sport und Tourismus standen dem Vorhaben zum größten Teil positiv gegenüber. Die Grünen äußerten allerdings  Kritik und stimmten dagegen. Die Entscheidung über einen Zuschuss in Höhe von 300.000 Euro fällt der Rat in seiner Sitzung am 22. Januar. Vorab berät an diesem Tag der Haupt- und Finanzausschuss über das Vorhaben.

Zum Hintergrund: Im April dieses Jahres wurde auf den Mitgliederversammlungen die Fusion des SV Grün-Weiß Mausbach und des VfL 08 Vichttal beschlossen. Anfang Juni beantragte der Verein einen städtischen Baukostenzuschuss zur Erweiterung des Sportparks am Dörenberg. So soll auf dem vereinseigenen Gelände der Naturrasenplatz in einen weiteren Kunstrasenplatz umgewandelt werden und das alte Vereinsheim an der Leuwstraße saniert werden. Derzeit verfügt die Sportanlage über einen Kunstrasenplatz, ein Kunstrasen-Kleinspielfeld und einen Naturrasenplatz. Der Bau einer Mehrzweck-Sporthalle ist bereits weit fortgeschritten. Zudem investiert der Verein in die Errichtung eines zusätzlichen Kunstrasen-Kleinspielfeldes.

Der Verein hat nach der Fusion 850 Mitglieder, davon sind 364 Kinder und Jugendliche. Die Plätze werden in dieser Saison von 22 Mannschaften – drei Senioren-Teams, eine Alt-Herren-Mannschaft und 18 Jugendmannschaften – genutzt. Aufgrund der witterungsbedingten Einschränkungen bei der Nutzung des Naturrasenplatzes gerade in den Wintermonaten müssen teilweise vier Mannschaften gleichzeitig auf dem Kunstrasen trainieren. Das Ergebnis: Ein ordnungsgemäßer Trainings- und Spielbetrieb sei kaum noch möglich. Durch die steigenden Mitgliederzahlen komme die Sportanlage an die Grenzen ihrer zur Verfügung stehenden Kapazitäten.

Restschuld erlassen

Aus diesem Grund hat der Verein einen Zuschuss in Höhe von 250 000 Euro für einen neuen Kunstrasenplatz beantragt. 50 000 Euro sollen in die Sanierung des Sportheimes fließen. Dort sollen weitere Dusch- und Umkleideräume entstehen. Zudem soll dem Verein die Restschuld des bestehenden städtischen Darlehens an den SV Grün-Weiß Mausbach für die Fertigstellung des Vereinsheims aus dem Jahr 1999 erlassen werden. Die Restsumme beträgt 20 707,25 Euro. Das wäre möglich, weil durch die Fusion die Sportanlage Niederhofstraße aufgegeben wird und das Grundstück so für eine entsprechende Vermarktung zur Verfügung stehen kann.

Aber nicht nur im Sportpark Dörenberg könnte sich demnächst eine ganze Menge tun, sondern auch beim FC Adler Büsbach. Bereits im Februar 2017 ist dem Verein zum Bau eines Kunstrasenplatzes ein Baukostenzuschuss in Höhe von 200.000 Euro und zur Renovierung des Vereinsheims ein Zuschuss über 30.000 Euro bewilligt worden. Zur Umsetzung des Projekts benötigt der Verein eine Finanzierung über die NRW-Bank.

Mit einem Antrag von September dieses Jahres bittet der Verein um ein Bestätigungsschreiben zur Einrichtung bei der NRW-Bank, dass der gesamte städtische Zuschussbetrag für den Bau des Kunstrasenplatzes verwendet werden kann. Die Sparkasse Aachen bestätigte auf Nachfrage der Verwaltung, dass die NRW-Bank eine Finanzierung für den Verein nur gewähren wird, wenn eine entsprechende Bestätigung seitens der Stadt über die alleinige Verwendung des Zuschussbetrages für den Bau des Kunstrasenplatzes vorgelegt wird. Die Stolberger Verwaltung unterstützt dieses Anliegen.

Der Verein hat zugesagt, die notwendigen Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten am Vereinsheim in Eigenleistung zu erbringen, so dass die Sanierung des Sportheimes ebenfalls erreicht werden kann. Nach der Errichtung des Kunstrasenplatzes erfolgt dann im Rahmen des vertraglichen Abschlusses der Übergang des Eigentums an der Platzanlage und auch am Sportheim auf den Verein.

Verlängerung Förderbescheid

Da die Finanzierung der vom Verein zu erbringenden Eigenmittel entgegen der ursprünglichen Planungen einen längeren Beantragungszeitraum in Anspruch genommen hat, verzögert sich der Beginn der Maßnahme. Es wird daher eine Verlängerung der Gültigkeit des Förderbescheides um ein weiteres Jahr – bis zum 8. Februar 2020 – beantragt. Das Fachamt stimmt der Verlängerung zu.

Der Sportausschuss stimmte zum größten Teil dafür. Die Grünen hielten die Kunstrasenplätze allerdings nicht für die „beste Lösung“ und lehnten den Vorschlag ab.

(se)
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