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Stolberg: Furcht vor dem Zusammenbruch der offenen Jugendarbeit

Stolberg : Furcht vor dem Zusammenbruch der offenen Jugendarbeit

„Diese Kürzungen gehen an die Substanz”, sagt Gerd Tilgner, Vorsitzender des Stadtjugendrings in Stolberg. Gemeint ist die Substanz der offenen Kinder- und Jugendarbeit.

25 Prozent der Betriebskostenzuschüsse des Landes NRW für die offene Arbeit sollen angeblich 2004 eingespart werden, zusätzlich 13 Prozent im Jahre 2005. Bei allen genannten Zahlen besteht große Unsicherheit.

Was Düsseldorf wirklich macht, weiß eigentlich derzeit kein Mensch so ganz genau. „Planungssicherheit” wünscht sich denn auch Gerd Tilgner dringend und rät allen, denen die Jugendarbeit wichtig ist, sich an der Unterschriften-Aktion zu beteiligen. Listen liegen noch bis zum 27. Januar im Rathaus aus.

Die offenen, also nicht-städtischen Jugendeinrichtungen mussten schon in den letzten Jahren Einsparungen verkraften. Sie kalkulieren dermaßen knapp, dass „alles zusammenbricht, wenn auch nur kleine Summen gestrichen werden”. Die Jugendeinrichtungen trifft es buchstäblich von allen Seiten. Auch das Bistum hat schon angekündigt, dass Zuschüsse gestrichen werden.

Befürchtet wird, dass entweder die Arbeitszeiten der Mitarbeiter eingeschränkt werden oder die Angebote für die Kinder oder beides. Dabei ist die Jugendarbeit von großer Bedeutung, soziales Lernen läuft heutzutage nicht mehr wie von selbst und nebenbei ab. Es gibt viele schwierige und auffällige Jugendliche, die in Jugendeinrichtungen nachsozialisiert werden.

Freizeitfahrten, so Tilgner, ermöglichen es den Einzelkindern, angemessenes Verhalten in der Gruppe einzuüben. Dazu sind Zuschüsse erforderlich, damit auch Kinder und Jugendliche aus finanziell schwachen Familien mitfahren können. Freizeitfahrten werden mit Sicherheit teurer, falls Kürzungen kommen.

Der komplette Jugendbereich sei „im Fluss”, wie Tilgner sagt. Alles laufe auf die „offene Ganztagsschule” zu. Langfristig, also in 10 bis 15 Jahren, würde wohl die Arbeit der offenen Türen überflüssig, denn die Jugendlichen würden nachmittags in den Schulen betreut. Es gelte aber, den Übergang seriös zu gestalten.

Der Stadtjugendring ist eine überparteiliche Einrichtung. Ihm gehören zum Beispiel die Pfadfinder, evangelische und katholische Jugendeinrichtungen, Kinderschutzbund und andere an.