Für das Gute-Kita-Gesetz gibt es auch Vorschläge aus Stolberg

Vorschläge für das Gute-Kita-Gesetz : Kostenloses Essen und mehr Personal

Für das Geld aus dem Gute-Kita-Gesetz hat auch die Stolberger Verwaltung Vorschläge. Die Förderung sollte über das Jahr 2022 hinaus gehen.

Das Gute-Kita-Gesetz soll unter anderem für eine Qualitätssteigerung der Kinderbetreuung sorgen. 5,5 Milliarden Euro stellt der Bund den Ländern bis 2022 dafür zur Verfügung. Wie genau sie das Geld einsetzen wollen, können die Länder selbst entscheiden. An welchen Stellen es hapert und wo es Verbesserungsbedarf gibt und somit das Geld investiert werden sollte, weiß Stolbergs Erster Beigeordneter Robert Voigtsberger ganz genau.

„Echter Fortschritt“

Ein Thema, bei dem es seiner Meinung nach Unterstützungsbedarf gibt: kostenloses Kita-Essen. Das sei nämlich gerade in einkommensschwachen Familien oft ein Problem, weiß der Erste Beigeordnete. Würde der Bund die Kosten für das Essen übernehmen, wäre das ein „echter Fortschritt“.

Auch beim Thema Personal gebe es Voigtsbergers Meinung nach noch einiges zu tun. In Stolberg hat sich mittlerweile das Konzept des Vertretungspools etabliert. Zum Hintergrund: Die Krankentagestatistik der Verwaltung machte im Laufe der vergangenen Jahre deutlich, dass es vor allem im Kita-Bereich eine hohe Krankenquote gibt. Die Stolberger Verwaltung reagierte und richtete im Januar 2017 einen hauptamtlichen Vertretungspool ein, um kurzfristig und flexibel bei Ausfällen reagieren zu können. Und wie funktioniert der Vertretungspool? Die sogenannten Springer sollen bei kurz- bis mittelfristigen Erkrankungen eingesetzt werden. Sie kommen bei Erkrankungen zwischen drei Tagen und sechs Wochen zum Einsatz. „Der Vertretungspool ist ein gutes Instrument, um die Ausfallzeiten zu minimieren“, sagt Voigtsberger. „Es wäre gut, wenn der Bund uns in dieser Hinsicht unterstützen würde“, so der Erste Beigeordnete weiter.

Personal spiele auch in den sogenannten Plus-Kita – Einrichtungen, die vor allem in den sozial schwächeren Stadtteilen angesiedelt sind – eine wichtige Rolle.

Professionelle Unterstützung

Es wäre sinnvoll von den Mitteln beispielsweise Stellen für Sozialarbeiter zu schaffen – wie auch in den Schulen und im offenen Ganztag. Von dieser professionellen Unterstützung könnte vor allem die Elternarbeit profitieren, meint Voigtsberger.

Investieren könnte man auch in den Ausbau der Randzeitenbetreuung. Damit habe man in Stolberg bisher nur gute Erfahrungen gemacht, so Voigtsberger. „Die Randzeitenbetreuung hat eine wichtige Funktion, wenn es darum geht, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren“, ist sich der Erste Beigeordnete sicher. Vorreiter ist die Gressenicher Einrichtung. Diese ist täglich von 6.30 bis 18 Uhr geöffnet. In den kommenden Jahren soll es allerdings noch weitere Einrichtungen in der Kupferstadt geben, die dies anbieten. Eine zusätzliche finanzielle Unterstützung wäre sinnvoll, so Voigtsberger.

Kita-Beträge

Und wie sieht es in Sachen Kita-Beiträge aus? Voigtsberger ist der Meinung, dass es wichtig sei, die Eltern auch in dieser Hinsicht zu entlasten. Doch diesbezüglich sieht der Erste Beigeordnete auch eine Gefahr. Schließlich gilt die Förderung nur bis 2022 – zumindest erst einmal. „Es wäre wichtig, dass die Unterstützung auch darüber hinaus weiterlaufen würde“, sagt Voigtsberger. Erst am Dienstag wurde bekannt, dass ab dem Kindergartenjahr 2020/21 auch in der Kupferstadt ein weiteres Jahr beitragsfrei sein wird. Das Land übernimmt dafür die Kosten. Dies sei Teil des „Paktes für Kinder und Familien“, den die CDU/FDP-Landesregierung vorgestellt habe. Er umfasst zusätzliche Investitionen von 1,3 Milliarden Euro pro Jahr.

Für welche Maßnahmen die Länder sich im Hinblick auf das Gute-Kita-Gesetz letztlich entscheiden werden, bleibt abzuwarten. Verbesserungsbedarf ist vorhanden, darüber ist man sich zumindest in Stolberg einig.

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