Stolberg: Für aktuelle Tollität und Ex-Prinzen gehts um die Wurst

Stolberg: Für aktuelle Tollität und Ex-Prinzen gehts um die Wurst

Um die Entstehung des Bratwurstessens im Jahr 1971 ranken sich viele Geschichten. Nach so langer Zeit liegen Dichtung und Wahrheit nahe beieinander. Eines steht jedenfalls fest: Die Protagonisten waren Franz Schumacher als der damalige Präsident der KG Fidele Zunfthäre und Ludwig Philippi als der Narrenherrscher des Jahres 1971.

Außerdem spielte eine Wette eine Rolle und die Tatsache, dass der amtierende Prinz im darauf folgenden Jahr die Kosten für die leckere Mahlzeit übernehmen muss.

Nicht anders war es kürzlich, als die KG Fidele Zunfthäre in der Gaststätte „En de Kess“ zum 47. Bratwurstessen eingeladen hatte. Auch wenn Vorjahresprinz Holli I. (Holger Schulz) zur Kostenbegleichung eine prall gefüllte Geldbörse mitgebracht hatte, wurde ihm von Seiten der Ex-Prinzen und der gastgebenden KG kräftig „unter die Arme“ gegriffen. Sie hatten sich ebenfalls mit Spenden an den Kosten beteiligt.

Warum beteiligen sich die ehemaligen Prinzen? Schließlich kommen sie neben den uniformierten Angehörigen der Zunfthäre und Ehrengästen aus Verwaltung, Kommunalpolitik, der Burggrafenriege sowie dem amtierenden Prinzen (Axel I., Wirthmüller) in den Genuss der traditionell aus Bratwurst, Senf und Schwarzbrot bestehenden Mahlzeit. So waren auch diesmal 19 ehemalige Prinzen zu Gast, die von Prinzensprecher Eberhard Koslowski angeführt wurden.

Ältester Teilnehmer war mit 84 Jahren Leo Hösch, der 1981 als Leo I. den Stolberger Prinzenthron bestiegen hatte. Eingebunden war der ausgiebige Schmaus, die Bratwurst hatte eine Breiniger Metzgerei hergestellt, in ein kleines Rahmenprogramm, das von Zunfthäre-Präsident Friedel Recker moderiert wurde. Höhepunkt des aus Musik und Showtanz bestehenden Programms war eine Ehrung.

Mit dem Verdienstorden des Bundes Deutscher Karneval (BDK) in Gold mit Brillanten wurde Kurt Leufgens, Ehrengardist der Zunfthäre und Archivar der KG Erste Große - ausgestattet. Komitee-Präsident Josef Behlau würdigte die Verdienste des 76-Jährigen um das Brauchtum. Das Musikprogramm hatten Alleinunterhalter Frank Hofmann und die „Altstadtmusikanten“ gestaltet. Den Showtanz hatte Zunfthäre-Mariechen Anna Franck übernommen. Gäste zu später Stunde waren rund 30 Frauen der KG Fidele Zunfthäre, die sich zuvor in der Gaststätte „Weißes Rössl“ getroffen hatten. Schließlich ist das Bratwurstessen traditionell eine Männersache.

Frauen sind erst im zweiten Teil der mehrstündigen Veranstaltung, die Männer sind dabei im schwarzen Anzug mit Fliege gekleidet, „erwünscht“.

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