Stolberg: Fünf von sieben Pfarren sind für Pastor Funken

Stolberg: Fünf von sieben Pfarren sind für Pastor Funken

„Es steht außer Frage, dass Pfarrer Bruckes über 16 Jahre zum Wohl der ihm anvertrauten Pfarreien St. Josef und St. Hermann-Josef tätig ist und viel Anerkennung dafür genießt”, lässt Bischof Heinrich Mussinghoff Mitgliedern der beiden Pfarrgemeinden ausrichten, die ihm ihr „Befremden und Unverständnis” über seine Entscheidung in einem Brief dargelegt hatten.

Erstmals bezieht der Oberhirte Stellung zu den Veränderungen im Stolberger Norden, die in seinem Namen der für das pastorale Personal zuständige Domkapitular Heiner Schmitz formuliert hat.

Der Bischof hatte die Frage zu beantworten, unter welcher priesterlichen Leitung sich vom 1. Januar an das Zusammenwachsen der dann vereinigten sieben Pfarreien gestalten solle, erläutert der Domkapitular: „Fünf der sieben Pfarren haben sich dazu für Pfarrer Funken ausgesprochen”, stellt Schmitz klar. Gespräche mit beiden Geistlichen hätten zu dem Ergebnis geführt, dass „für eine geteilte priesterliche Leitung keine gemeinsame tragfähige Basis gefunden werden konnte”. Vor diesem Hintergrund habe der Bischof eine Entscheidung treffen müssen, die anerkannterweise Pfarrer Bruckes wie auch seine Pfarrgemeinden schmerzlich treffe, gesteht der Personalchef ein. „Im Wissen darum ist sie dem Bischof und seinen Beratern nicht leicht gefallen”, wirbt Domkapitular Schmitz um Verständnis.

Hinzu komme, dass die Mehrheit der Pfarreien sich dafür ausgesprochen hätte, „dass die Pfarre St.Lucia ihren Status als eigenständige Pfarrei bei der Fusion nicht verliert und infolge Pfarrer Funken sein Pfarramt behält.” Aber „die Stelle von Pfarrer Bruckes kann nach seiner Versetzung nicht ersatzlos wegfallen”, betont Schmitz: „Wir sind um eine entsprechende Besetzung bemüht”, versichert der Personalchef des Bischofs.

Die Nachbesetzung der vakant werdenden Stelle sei in Bälde auch erforderlich, um den vorgesehenen Personalschlüssel für die neue Großgemeinde St. Lucia erfüllen zu können, erklärte Pressesprecher Franz Kretschmann auf Anfrage. 2,8 Stellen sind für Stolberg Nord vorgesehen. „Mit Pastor Funken sieht der Bischof gute Perspektiven für das Zusammenwachsen der neuen Pfarrgemeinde eröffnet”, sagte Kretschmann. Neben Pfarrer Dawit Mesghinna sei eine weitere Priesterstelle zu besetzen - möglichst bis Jahresende.

Besetzt werden müssen außerdem noch zwei Stellen für Gemeindereferenten. Denn auch Mathias Dederichs wird die Kupferstadt verlassen. Der 54-jährige verheiratete Familienvater - derzeit vor allem in St. Josef und St. Hermann-Josef aktiv - hat sich entschieden, als Ständiger Diakon geweiht zu werden. Mit dieser hauptberuflichen Beschäftigung sei automatisch auch eine Versetzung verbunden, erläuterte Kretschmann. Somit sind in der neuen Pfarre St. Lucia neben einer Pfarrer- auch zwei Gemeindereferenten-Stellen zu besetzen.