FSV Columbia Donnerberg bilanziert mit „schwarzer Null“

FSV Columbia Donnerberg : „Spielbetrieb aller Teams ist gesichert“

Zum Teil wilde Gerüchte über die wirtschaftliche Situation des FSV Columbia Donnerberg kursieren derzeit in der Kupferstadt. Beispielsweise wird von „finanzieller Schieflage“ gemunkelt – in der harmlosesten Variante aus der Gerüchteküche.

Während der 1. Vorsitzende des FSV, Markus Baginski, sich aus privaten Gründen nicht öffentlich zu der Thematik äußern möchte, gehen seine Vorstandskollegen gegenüber unserer Zeitung in die Offensive und machen die Situation des amtierenden Stolberger Fußball-Stadtmeisters transparent. „Wir sind nicht pleite“, schickt Rene Schlepütz voraus.

„Columbia Donnerberg steht auch nicht vor einer Insolvenz. Wir können unseren Verpflichtungen allesamt nachkommen“, betont der 1. Geschäftsführer des FSV. Jugendleiter Marco Bartgens bekräftigt: „Sowohl Trainings- als auch Spielbetrieb aller unserer Mannschaften sind gesichert“, und Tobias Voss, Trainer der 1. Mannschaft, ergänzt: „Auch in der Bezirksliga“.

FSV-Kassierer Hans Manfred Schmitz erläutert, die finanzielle Lage des Fusionsvereins sei momentan lediglich ausgereizt: „Wenn wir Ausgaben und Einnahmen gegenrechnen, ist unsere Bilanz zur Zeit die berühmte schwarze Null.“

Mit der Folge, dass der Verein im Moment keine Rücklagen bilden könne, wofür es zwei Gründe gebe, erklärt Schmitz: „Die Einnahmen unseres ehemaligen Hauptsponsors sind weggebrochen, und die Vereinskasse leidet zudem unter ausstehenden Mitgliederbeiträgen.“ Daher suche der FSV Columbia Donnerberg jetzt verstärkt nach Unterstützern, Gönnern und Sponsoren – gerne auch kleine und mittlere. „Spender helfen uns ebenso wie Betriebe, die Werbung bei uns machen“, sagt Schmitz.

Was die ausstehenden Mitgliederbeiträge angehe, erläutert Bartgens: „In der Praxis hakt es leider immer wieder mit der staatlichen Unterstützung aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. Wir versuchen schon lange, die Probleme auszumachen und unseren Teil zur Lösung beizutragen, und wir bleiben dran.“

Aus dem Bildungs- und Teilhabepaket können Kinder aus Familien mit wenig Einkommen mit zehn Euro monatlich gefördert werden, um zum Beispiel in einem Sportverein aktiv sein zu können. „Doch die Hürde der Beantragung scheint für viele Familien schwierig zu sein“, meint der Jugendleiter.

„Beim FSV Columbia Donnerberg spielen rund 170 Kinder und Jugendliche in neun Mannschaften Fußball. Hinzu kommen die erste Mannschaft in der Bezirksliga, zwei Mannschaften in der Kreisliga C und ein Seniorenteam. Wenn viele Mitgliederbeiträge ausstehen, belastet das natürlich die Vereinskasse und zwar gleich mehrfach“, beschreibt Bartgens, dass einerseits diese Einnahmen fehlen würden, und andererseits der Verein für die gemeldeten Spieler weiterhin Kosten wie für Verband und Versicherungen stemmen müsse.

„Außerdem bedienen wir ja noch den Kredit, den wir aufgenommen haben, um den Eigenanteil zur Modernisierung der Sportanlage am Birkengang zu leisten“, sagt Schlepütz, und der Geschäftsführer räumt ein: „Lange wollen wir uns mit der bilanzierten schwarzen Null nicht zufrieden geben und möchten möglichst bald neue Partner zum Beispiel für Bandenwerbung gewinnen, um wieder Rücklagen in der Vereinskasse zu bilden.“ Schließlich könne es auch zu unerwarteten Ausgaben kommen. Und eine große Ausgabe für den FSV sei jetzt bereits vorauszusehen.

„Wir spielen seit 2016 auf Kunstrasen. Je nach Beanspruchung beträgt die Haltbarkeit des Kunstrasens 10 bis 15 Jahre, dann müssen Teppich, Quarzsand und Granulat erneuert werden“, beschreibt Schlepütz. Langfristig müsse der FSV daher rund 100.000 Euro aufbringen. „Bei der Suche nach neuen Sponsoren wollen wir damit punkten, dass wir nicht ,nur‘ ein Sportverein sind, sondern auch soziale Aufgaben von der Velau über die Mühle bis rauf zum Donnerberg erfüllen“, erklärt Jugendleiter Bartgens.

„Der FSV holt 170 Kinder und Jugendliche von Straße, und die Kids erlernen bei uns sowohl das Fußballspielen als auch soziale Kompetenzen im Vereinsgefüge.“

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