Stolberg: Frauenfrühstück: Hilfe bei Missbrauch, Nötigung und Stalking

Stolberg: Frauenfrühstück: Hilfe bei Missbrauch, Nötigung und Stalking

Gerade Frauen und Mädchen geraten oft in extreme Notlagen, sei es durch sexuelle Nötigung oder sexuellen Missbrauch, durch häusliche oder digitale Gewalt, durch Stalking, Zwangsheirat, Zwangsprostitution. Viele Stellen haben sich auf diese Notsituation spezialisiert, helfen anonym — ohne nach Namen zu fragen — und arbeiten teilweise auch bundesweit mit anderen Stellen zusammen, um schnell und möglichst unbürokratisch zu unterstützen.

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Stolberg, Susanne Goldmann, hatte vergangenen Dienstag zu einem gemeinsamen Frühstück für Frauen ins Rolandshaus eingeladen. Anlass war der internationale Tag gegen „Gewalt gegen Frauen“. Bei Kaffee, Tee und frischen Brötchen wurde in angenehmer Atmosphäre über ein für Frauen nach wie vor heikles und schwieriges Thema gesprochen.

Die Referentin, Claudia Blau vom Stolberger Sozialdienst katholischer Frauen stellte heraus, dass es nach wie vor meistens Frauen seien, die die SkF-Beratung an der Birkengangstraße 5 aufsuchten. Vor allem die häusliche Gewalt entwickele sich über viele Jahre. Oft bedürfe es mehrerer Anläufe von den Frauen und Mädchen, bis sie sich endlich entschließen würden, Hilfe zu suchen. Denn die Täter kämen häufig aus dem sozialen Umfeld der Opfer. Daher falle es den Frauen noch wesentlich schwerer, sich jemandem anzuvertrauen.

„Zudem ist es oft so, dass die Täter dem Opfer eine große Mitschuld unterstellen“, so Claudia Blau. Daher könnten Betroffene in den Beratungsstellen in einem geschützten und vertrauensvollen Rahmen über das Beschämende sprechen und die oft traumatisierenden Erlebnisse verarbeiten.

Eltern oder andere Bezugspersonen beispielsweise erfahren dort Entlastung in der Beschäftigung mit dem Unfassbaren und praktische Unterstützung im Umgang mit den Opfern.

Anlaufstellen

In Aachen und Alsdorf gibt es jeweils ein Frauenhaus, in dem die Opfer anonym aufgenommen werden. Die verschiedenen Beratungsstellen unterliegen einer „Schweigepflicht“. Allen Frauen sei das Frauenhaus zugänglich. Die Beratung sei unabhängig vom religiösen oder sozialen Status. Außerdem bestehe Opferschutz: Ein sogenanntes „Gewaltschutzgesetz“ lasse die Opfer per Gesetz durch die Polizei schützen. Dadurch könnten erste Maßnahmen ergriffen werden: beispielsweise den Täter aus der gemeinsamen Wohnung zu verweisen.

Wenn Frauen und Mädchen Opfer von Gewalt werden und Hilfe suchen, können sie sich sofort an verschiedene Beratungsstellen, so auch an den Sozialdienst katholischer Frauen oder an die Caritas, Fachdienst für Integration und Migration, wenden.

Zudem gibt es ein bundesweites, mehrsprachiges Hilfetelefon — Telefon 08000-116016 — und die Web-Adresse www.hilfetelefon.de.

(hal)