Frauen-Wahlrecht seit 100 Jahren auch in Stolberg

Ausstellung zum Jubiläum : Frauen-Wahlrecht seit 100 Jahren auch in Stolberg

Im Zeichen der Stolberger Vereinsarbeit und des 100. Jahrestages zur Einführung des Wahlrechts für Frauen gibt es nun eine besondere Ausstellung des Stadtarchivs.

Zum vierten Mal veranstaltet das Stadtarchiv der Kupferstadt Stolberg am Sonntag, 17. März, den Tag der Geschichte. Ein deutschlandweites Jubiläum ist nun „100 Jahre Frauenwahlrecht“, das 1918 eingeführt und 1919 erstmals zur Anwendung gekommen ist, auch in den verschiedenen Gemeindevertretungen Stolbergs und der ehemaligen Gemeinden Büsbach, Gressenich und Zweifall.

Aus diesem Anlass zeigt das Stadtarchiv in Kooperation mit der Gleichstellungsbeauftragten der Kupferstadt Stolberg Susanne Goldmann und unter ehrenamtlicher Mitwirkung von Iris Gedig, Initiatorin und Betreiberin des genealogischen Online-Portals „familienbuch-euregio.eu“ erstmals eine Ausstellung rund um ‚Stolbergs Frauen der Ersten Stunde‘.

Dies waren weibliche Stadt- und Gemeindeverordnete bzw. Ratsmitglieder, die in der Stadt Stolberg und den ehem. Gemeinden Büsbach, Gressenich und Zweifall ab 1919 einzogen. Als ehrenamtlich tätige Politikerinnen nahmen sie aktiv Teil an der Gestaltung des öffentlichen Lebens in einer jungen, repräsentativen Demokratie mit politischer Gleichberechtigung. 1933 bis 1945 waren sie wieder durch das NS-Regime von politischer Teilhabe ausgeschlossen.

Auch die Frauen von 1945 bis 1970 der Lokalpolitik in der jungen Bundesrepublik werden Berücksichtigung finden. Mit der Ausstellung „Frauen in Stolbergs Politik - 100 Jahre Wahlrecht, Frauen in Stolbergs Kommunalvertretungen 1919 bis 1970“ wird erstmals ein Blick auf diesen wichtigen Aspekt der Kupferstädter Stadtgeschichte geworfen, der lange unbeachtet blieb, völlig unerforscht war und weiterhin einer fundierten, wissenschaftlichen Betrachtung bedarf.

Erhalten Namen und Gesicht

Die damals in der Lokalpolitik und den politischen Parteien engagierten Frauen werden nun mit ihren Ämtern, Funktionen in Ausschüssen und Gremien sowie durch biografische Daten vorgestellt. Erstmals erhalten sie damit Namen und Gesicht, wobei spannende Informationen dargestellt, aber noch viele Lücken zu schließen sein werden in der weiteren Forschungsarbeit.

Neben dem Stadtarchiv präsentieren ihre Arbeit sowie ihre historischen Archive und Sammlungen erstmals die KG Erste Große 1929, die eine Ausstellung zum Thema „90 Jahre Erste Große“ zeigen wird, und das Heimat- und Zeitungsarchiv der Interessengemeinschaft Büsbach. Die Gruppe Z wird mit der Ausstellung „Die Machtübernahme 1933 und ihre Folgen“ vertreten sein, die Kolpingsfamilie Stolberg wird wieder historische Sammlungsstücke und ihre Arbeit vorstellen.

Wie jedes Jahr ist natürlich der Stolberger Heimat- und Geschichtsverein mit einem Bücher- und Informationsstand präsent. Eröffnet wird die Veranstaltung von der stv. Bürgermeisterin Karina Wahlen und dem 1. Beigeordneten Robert Voigtsberger um 11 Uhr. Iris Gedig und Susanne Goldmann werden in die Ausstellung des Stadtarchivs einführen, die mit Unterstützung von Stadtarchivar Christian Altena durch intensive Forschungsarbeit ermöglicht wurde.

Des Weiteren gibt es wiederum um 12 und um 15 Uhr Archivführungen, zu denen man sich wegen der begrenzten Teilnehmerzahl am Veranstaltungstag anmelden kann, einen Bücherstand sowie ein Angebot von heißen und kalten Getränken und einer deftigen Suppenmahlzeit zugunsten des Fördervereins des Museums in der Torburg.

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