Stolberg: „Fraktus“ präsentiert sein „Meisterwerk“

Stolberg: „Fraktus“ präsentiert sein „Meisterwerk“

Diese Männer haben Techno erfunden: Dickie Starshine (ehemals Schubert), Bernd „Bernd“ Wand und Torsten Bage (sprich: Bäätsch). Doch, doch, so war das Anfang der 80er! Bis heute gehört das Album „Tut Ench Amour“ (1982) in jede gut sortierte Plattensammlung. Und „Affe sucht Liebe“ (1983) war ja quasi der erste richtig große Hit elektronischer Musik.

Unter dem Bandnamen „Fraktus“ machten die Musiker Furore. Am 13. Mai singen sie live im Zinkhütter Hof. Jan Delay, H. P. Baxxter und Marusha — sie und viele andere berufen sich auf Fraktus als große Inspiration. Nach ihrem gefeierten Comeback legen Fraktus nun mit „Welcome To The Internet“ erneut ein „programmatisches Meisterwerk“ (O-Ton der Band) vor.

Mit ihrem ziemlich komischen Film über die Rückkehr der fiktiven und verkrachten Legendenband Fraktus hat das als Studio Braun bekannte Trio Rocko Schamoni, Jacques Palminger und Heinz Strunk Ende 2012 für Furore gesorgt. Die intelligente Parodie auf das Musikbusiness und die Retromania, auf alle möglichen Formate und Typen traf ins Schwarze.

Studio Braun lebten die Geschichte bis hin zu realen Albumveröffentlichungen und einer ausgiebigen Tour aus. Wer übrigens dabei auch an die tatsächlichen Düsseldorfer Pioniere Kraftwerk und ihre Selbst-Musealisierung durch Konzerte in einschlägigen Kulturtempeln rund um den Globus dachte, lag wahrscheinlich nicht völlig daneben.

Freilich geht es dabei nicht nur um Klamauk. Die Witze von Rocko Schamoni, Jacques Palminger und Heinz Strunk tragen seit jeher auch einen dunklen Kern in sich. Die Geschichte von Fraktus ist auch eine des Scheiterns und der Verluste. Das ganze verpacken Studio Braun auf „Welcome To The Internet“, dem real existierenden neuen Album, musikalisch mit einem höheren Anspruch. Ist das noch Karikatur? Wenn Fraktus „Autobahn“-mäßig zu ihrer „Schaumstoff Synfonie“ anheben und dann mit Captain-Future-Gewurlitzer in die 80er abheben, dann ist das jedenfalls auch Vergangenheits- und Gegenwartsbewältigung der ganz anderen Art. „Die alte Welt geht unter“, singt Rocko Schamoni alias Dickie Starshine dazu.

Auf der Bühne gibt die Kultband nach wie vor alles. Live am 13. Mai, 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr) auch im Zinkhütter Hof in Stolberg.

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