Stolberg: „Food & Talk“: Offenes Gespräch zwischen jungen Menschen und der Politik

Stolberg: „Food & Talk“: Offenes Gespräch zwischen jungen Menschen und der Politik

Von der aktuellen Flüchtlingssituation bis hin zu kostenlosen Hotspots: 21 Stolberger Schüler haben mit Bürgermeister Tim Grüttemeier, dem Beigeordneten Robert Voigtsberger und lokalen Politikern bei „Food & Talk“ in Stolberg diskutiert.

Das Prinzip der Veranstaltung: Engagierte Jugendliche treffen auf kommunale Entscheider in ihrer Heimatstadt und diskutieren über politische und gesellschaftliche Themen. Dazu gibt es ein Fingerfood-Menü in mehreren Gängen.

Fünf Tische waren vorbereitet, an denen junge Stolberger mit Kommunalpolitikern von CDU, SPD, FDP und den Grünen ins Gespräch kommen konnten. Es ging um Fragen wie: Gibt es etwas, was Sie tun können, damit die Schulbusse nicht mehr so voll sind? Wie stehen Sie zu kostenlosen Hotspots? Welche Ideen haben Sie, um in Stolberg Flüchtlinge gut unterzubringen? „Für mich war besonders interessant, wie unterschiedlich die Politiker zum Teil auf dieselben Fragen geantwortet haben“, sagt die sechzehnjährige Pia aus Stolberg. „Manchmal sind sie den Fragen auch ausgewichen, aber da muss man eben nachhaken.“

In entspannter Atmosphäre konnten sich alle kennenlernen, Lob und Kritik loswerden und Gemeinsamkeiten entdecken. „Food & Talk ist ein gutes Konzept: Jung, frisch, engagiert — das passt zu allen, die heute hier sind“, stellte Grüttemeier fest. Er forderte die Jugendlichen auf: „Fragt alles, was euch interessiert! Es gibt — wie in unserem Jugendparlament — keine falschen Fragen.“

Alina Meuser vom Bildungsbüro der Städteregion Aachen, die die Veranstaltung mit organisiert hat, ist zufrieden: „Gerade als Stolbergerin bin ich begeistert, wie gut der Austausch geklappt hat und dass alle Teilnehmer etwas mitnehmen konnten.“ Mit zwei weiteren jungen Kollegen arbeitet sie im Bildungsbüro daran, dass Jugendliche in der Region mehr Gehör in Gesellschaft und Politik erhalten.

Sie kann sich gut vorstellen, dass einige Stolberger Jugendliche jetzt Kommunalpolitiker mit anderen Augen sehen — und es ihnen künftig leichter fallen wird, mit ihren Anliegen auf die Politik zuzugehen. „Zwei Dinge fand ich besonders toll: Dass die Jugendlichen so mitgezogen haben, auch bei der Vorbereitung. Und dass die Politiker sich die Zeit genommen und in der Diskussion auch ein anderes Bild von Jugendlichen gewonnen haben.“

Der Dialog, der hier begonnen wurde, soll fortgeführt werden. Denn sowohl die Schüler als auch die Politiker haben die Veranstaltung sehr positiv bewertet und wollen auch künftig den Kontakt halten.

Zum Hintergrund: „Food and Talk“ ist ein Veranstaltungsformat, das die Koordinationsstelle Jugendpartizipation im Bildungsbüro der Städteregion Aachen gemeinsam mit Jugendlichen entwickelt hat.

In Stolberg haben Jugendliche, zum Teil aus dem örtlichen Jugendparlament, Fragen zu den Themen Bildung, Beteiligung, Stadtentwicklung, Freizeit und Europa gesammelt. Unterstützung bekamen sie dabei vom städtischen Jugendpfleger Michael Bosseler und Streetworker Herman Moonen sowie von Farras Fathi, Alina Meuser und Florian Weyand aus dem Bildungsbüro der Städteregion Aachen.

Gefördert wird Food & Talk im Beteiligungsprozess „Das geht! Dialog zwischen Jugend und Politik“ durch das EU-Programm „Erasmus+ Jugend in Aktion“ im Bereich „Strukturierter Dialog“. Ziel ist, dass sich Jugendliche aktiv in der Diskussion über Europas Zukunft und über Partizipation am demokratischen Leben engagieren. Junge Menschen sollen in allen politischen und gesellschaftlichen Fragen, die sie betreffen, gehört werden und selbst politische Forderungen entwerfen.

Verantwortliche und politische Entscheidungsträger sind dabei aufgerufen, den Dialog mit der Jugend auf eine langfristige und strukturierte Basis zu stellen. Von der Förderung profitieren die Jugendlichen in den städteregionalen Kommunen, die Unterstützung bei Veranstaltungen und Projekten erhalten.

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