Stolberg: Fokus auf die besonders Hilfsbedürftigen

Stolberg: Fokus auf die besonders Hilfsbedürftigen

Während der Berg- und Talfahrt der vergangenen Monate hat so mancher Betroffener das Weite gesucht. Denn zu ungewiss waren die Zukunftsperspektiven für die Schulsozialarbeiter. Deren Stellen sollten zunächst wegen der Ende 2014 auslaufenden Finanzierung durch den Bund aufgelöst und dann zwischenzeitlich in deutlich geringerem Umfang von der Stadt aufgefangen werden. Am Ende kam es dann noch ganz anders.

Das Land übernimmt, zunächst befristet auf drei Jahre und somit bis Ende 2017, 70 Prozent der tatsächlich anfallenden Kosten. Die Stadt muss ihrerseits einen Eigenanteil von 30 Prozent aufbringen.

Auf dieser Basis hat die Politik im Jugendhilfeausschuss jetzt die Weichen für die Fortsetzung der allseits sehr geschätzten Arbeit gestellt: 3,5 der vorher 4,54 Stellen sollen in der Schulsozialarbeit erhalten bleiben. Zugleich wird der Fokus aufgrund der reduzierten Umfänge auf ausgewählte Kindertagesstätten und Schulen gerichtet werden. Zwar müssen Hauptausschuss und Rat den empfehlenden Beschluss am 24. März noch bestätigen. Ihr Votum gilt allerdings als reine Formsache.

Die Umsetzung dürfte da schon weitaus schwieriger werden. Denn vom früheren Stammpersonal sind nur noch Angela Kaesler und Michael Jansen übriggeblieben. Die übrigen Kollegen haben wegen der lange Zeit unsicheren Situation Alternativen gesucht und dem Vernehmen nach auch gefunden.

So stellt sich nun die Herausforderung, das im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets geschaffene Netzwerk mit neuen Kräften aufrechtzuerhalten. Dessen Wert unterstreicht Sozialdezernent Robert Voigtsberger: „Als soziale Maßnahme zur Verhinderung und zum Entgegenwirken von Bildungsarmut und sozialer Ausgrenzung von Kindern und Jugendlichen als Folge von wirtschaftlicher Armut ist der Einsatz der Schulsozialarbeiter eine wichtige Ergänzung zu den vorhandenen Angeboten der Jugendhilfe.“

Diese soll allerdings nun — aufgrund der Stellenreduzierung sowie auf Basis der bisherigen Erfahrungen — auf Menschen mit besonders hohem Hilfe- und Beratungsbedarf fokussiert werden. Waren die Schulsozialarbeiter bis dato für 32 Kitas und 18 Schulen im Stadtgebiet zuständig, so werden sie in Zukunft ihren Schwerpunkt auf die acht sogenannten „Plus Kitas“ sowie elf Schulen setzen.

Besagte Kindertagesstätten weisen einen besonders hohen Bildungs- und Sprachförderbedarf auf. Im Einzelnen handelt es sich um die Einrichtungen Franziskusstraße, Wiesenstraße, Foxiusstraße, Pirolweg, Am Holderbusch und Steinweg sowie die Kita für spanische Kinder und die Kita Klara Fey.

Die ausgewählten Schulen sind die Grundschulen Hermannstraße, Grüntalstraße, Prämienstraße, Atsch, Büsbach und Mausbach sowie die Kogelshäuserschule bzw. Sekundarschule, die Probst-Grüber-Hauptschule, Förderschule, Realschule Mausbach und die Gesamtschule.

Unmittelbar nach den Sitzungen von Hauptausschuss und Rat soll die Suche nach geeigneten Mitarbeitern beginnen, um die bis dato vakanten Stellen möglichst schnell zu besetzen. Zwar sind verwaltungsinterne Bewerbungen möglich. Darüber hinaus soll aber der Fachvermittlungsdienst der Arbeitsagentur eingeschaltet werden und es wahrscheinlich auch eine öffentliche Ausschreibung geben.