Stolberg: Förderprogramm: Die Stolberger Innenstadt soll attraktiver werden

Stolberg: Förderprogramm: Die Stolberger Innenstadt soll attraktiver werden

Ein Förderprogramm für den Einzelhandel könnte schon bald in Stolberg umgesetzt werden. In der Sitzung am Donnerstag des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Arbeitsmarktpolitik (AWA) steht die Vorstellung des Konzepts auf der Tagesordnung. Danach muss der Rat entscheiden, ob dieses auch zum 1. Januar 2018 umgesetzt wird.

Was sich dahinter verbirgt, weiß Nathalie Malekzadeh, Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung. „Mit dem Förderprogramm wollen wir einen Anreiz für Einzelhändler schaffen. Auf diese Weise kann die Stadt zeigen, dass sie auch will, dass sich Einzelhändler ansiedeln und dass es in Stolberg ein wirtschaftsfreundliches Klima gibt.“ Das Förderprogramm sei als eine „Hilfe für Unternehmer“ gedacht. „Es kann ein Detail sein, das Einzelhändler dazu veranlasst, sich für den Standort Stolberg zu entscheiden“, sagt Malekzadeh.

Auf diese Weise will man dem Leerstand in der der Innenstadt entgegenwirken. Nicht zuletzt durch die Eröffnung des Action-Marktes sei ein Aufwärtstrend zu spüren. „Die Neueröffnung war ein Impuls, der das Umfeld weiter nach vorne bringen und beleben kann. Diese Konstellation gilt es nun zu nutzen“, sagt Einzelhandelsbeauftragter Timo Abels. Genaue Zahlen zum aktuellen Leerstand in der Innenstadt gebe es nicht. Abels weiß jedoch: „Auf dem Steinweg tut sich etwas. Eigentlich sind es nur eine gute Handvoll Immobilien, die leer stehen. Denen sieht man aber es aber auch an.“

Problematischer sei die Lage im Oberen Steinweg. Vor allem dort, wo einst große Discounter einst die Kunden anzogen. „Für große Ketten sind die Ladenlokale meistens zu klein, für Einzelhändler aber zu groß“, sagt Abels. Bei einer Veranstaltung für Immobilieneigentümer am Mittwoch, 18. Oktober, will man über alternative Konzepte informieren. Aber zurück zum Förderprogramm.

Unterstützt werden sollen Einzelhändler, die sich neu ansiedeln, aber auch jene, die seit dem 1. Januar 2015 in Stolberg angesiedelt sind. In Zahlen bedeutet das: Bei einer Verkaufsfläche bis 75 Quadratmeter würde die Stadt die Einzelhandler mit 900 Euro pro Jahr bezuschussen. Bei einer Verkaufsfläche ab 75 Quadratmetern sollen es 1200 Euro pro Jahr sein. Der Zuschuss, den die Händler zuvor bei der Verwaltung beantragen müssen, soll über einen Zeitraum von drei Jahren gewährt werden.

„Das wird den einen oder anderen Inhaber, der schon länger dabei ist, vielleicht nicht erfreuen. Das ist auch nachvollziehbar. Aber wir wollen die Innenstadt auch wieder beleben und dazu braucht man auch neue Geschäfte“, sagt Malekzadeh. Sie und Einzelhandelsbeauftragter Timo Abels sind sich sicher, dass die Innenstadt von weiteren Geschäften profitieren würde. „Die Pontstraße in Aachen funktioniert auch nicht, weil es dort eine Kneipe gibt, sondern weil es eine Vielzahl gibt“, sagt Abels.

In einem ersten Schritt soll das Programm auf das Gebiet Talachse Innenstadt beschränkt werden. Die Verwaltung ist der Meinung, dass dort das größte Potenzial für eine positive Entwicklung bestehe. Die Meinung teilt auch Timo Abels: „Je mehr Geschäfte sich in der Innenstadt ansiedeln, umso mehr profitieren sie auch voneinander und umso größter ist der Anreiz in die Innenstadt zu kommen.“ Ausgeschlossen von einer Förderung sind Shisha Bars, Kioske und Spielhallen.

Gaststätten, Cafés oder Bars können allerdings einen Antrag stellen. Ist dieser bei der Verwaltung eingereicht, schauen sich die Mitarbeiter mehrerer Ämter die Anträge an und entscheiden, ob eine Förderung zum Tragen kommt oder nicht. „Es ist ein Prozess, auf den wir uns gerne einlassen wollen. Dann sehen wir, wie das Programm angenommen wird und in welchem Umfang. Aber wir wollen nichts unversucht lassen, um die Innenstadt weiter zu beleben“, sagt Nathalie Malekzadeh.