Fördergeld für Stolberg für Projekte rund um das Thema Heimat

Fördergeld : 2000 Euro für Projekte rund um das Thema Heimat

„Es ist ein schönes und umkompliziertes Programm“, sagt Albert Willems. Was er damit meint? Den sogenannten „Heimatscheck“. Dieser steht seit August 2018 zur Verfügung und ist ein Teil des Heimatförderprogramms des Landes NRW.

Für Albert Willems und seine Mitstreiter Markus Jentgens und Rita Stoff war das Programm ein Glücksfall. So konnten sie sich über eine Förderung in Höhe von 2000 Euro freuen, um die Zweifaller Schulchronik nachdrucken zu lassen. Das Projekt sei mittlerweile abgeschlossen, sagt Willems auf Nachfrage unserer Zeitung. Das Programm könne er Vereinen und Privatgruppen nur empfehlen. Da dieses in der Region allerdings bislang kaum bekannt ist, veranstaltet die Städteregion dazu einen Informationsabend für interessierte Kommunen, Vereine, Dorfgemeinschaften und Initiativen über die Bausteine der Heimatförderung.

Unterstützung

Andrea Drossard von der Städteregion bietet bei der Beantragung ihre Unterstützung an. Sie sagt, dass bislang etwa 20 Anträge in der Städteregion mit ihrer Hilfe erstellt worden seien – alle positiv beschieden. „Wir haben aber nicht von allen Anträgen Kenntnis, weil Vereine sie auch ohne unsere Beratung beantragen können“, sagt Drossard. „Wir geben gerne Impulse, wenn es darum geht, was mit dem Förderinstrument alles möglich ist.“

Der  „Heimatscheck“ berge ihrer Meinung nach großes Potenzial – auch für Projekte in Stolberg. „Es ist ein niederschwelliges Angebot, das bedarfsgerecht auf die jeweiligen Dorfgemeinschaften zugeschnitten werden kann.“ Voraussetzungen: Die beantragten Projekte sollen zur Förderung der Lebensqualität beitragen, die Identität im und für den Ort stärken. Kurzum: für mehr Heimatgefühl und Zusammenhalt sorgen. „Der Begriff Heimat ist zwar noch konservativ belegt und wirkt antiquiert, aber in unserer heutigen globalisierten Welt sorgt Heimat für ein persönliches Umfeld, das jeder braucht“, sagt Andrea Drossard.

Aus ihrer Erfahrung kann sie einige Beispiele nennen, wie der „Heimatscheck“ in der Städteregion schon genutzt worden ist. In Orsbach zum Beispiel haben Vereine mit dem Geld einen mobilen Backofen angeschafft, den sie je nach Festanlass ausleihen können. In Beggendorf hat die Dorfgemeinschaft sich ein Backhaus selbst gebaut und das Inventar über die Fördermittel finanziert. Mit einem anderen bewilligten Antrag haben die Beggendorfer ihren Dorfrundgang verschönert: Sitzbänke und Infotafeln aufgestellt, die erklären, was Spaziergänger auf dem Rundgang so alles sehen. Ein ähnliches Projekt wird in Konzen umgesetzt: Der Eifelverein baut mit den 2000 Euro den Kaiser-Karl-Weg aus und wird sämtliche Informationen auf der entsprechenden Internetseite auf Englisch und Niederländisch übersetzen lassen.

Regionale Produkte

Andrea Drossard nennt auch ein Beispiel aus dem Kreis Euskirchen: An einer Schule ist ein Lernort geschaffen worden, der sich mit regionalen Produkten und Umweltschutz befasst. Das Fördergeld wurde in ein Insektenhotel, eine Saftpresse, eine Honigschleuder und den Raum investiert.

In Stolberg ging das Geld nach Zweifall. Aber: „Es gibt auch viel Potenzial in den anderen Stolberger Ortsteilen“, sagt Drossard. Sie begleitete im vergangenen Jahr das Projekt „Unser Dorf hat Zukunft“ und weiß: „In Stolberg gibt es einige gute Projektideen.“ Doch nicht nur Drossard bietet ihre Hilfe an. Wer Fragen hat, kann sich auch an Albert Willems wenden. „Ich helfe gerne“, erklärt er. Eine Gruppe aus Nideggen habe sich bereits bei ihm gemeldet und um Rat gebeten.