Stolberg: Flüchtlinge: Zuweisungen „gehen sehr zügig voran“

Stolberg: Flüchtlinge: Zuweisungen „gehen sehr zügig voran“

Im Rahmen des Ausschusses für Soziales und Generationengerechtigkeit, der am Dienstagabend im Ratssaal tagte, berichtete Robert Voigtsberger, Erster Beigeordneter der Stadt Stolberg, zum aktuellen Stand der Flüchtlinge.

Derzeit leben 684 Flüchtlinge in der Kupferstadt. Zuweisungen gäbe es momentan jedoch kaum noch. In dieser Woche waren es drei Menschen, die Stolberg zugewiesen wurden. Aus diesem Grund plant die Verwaltung, die städtische Unterkunft in der Probst-Grüber-Schule zum 31. August zu schließen.

Zum gleichen Zeitpunkt soll auch die Unterkunft in der Donnerberg-Kaserne ihre Türen schließen (wir berichteten). Sie wird jedoch bis Ende dieses Jahres noch für kurzfristige Unterbringungen zur Verfügung stehen.

Natürlich spielte auch die Demonstration der Bewohner der Unterkunft im Ausschuss eine wichtige Rolle. Voigtsberger blickte auf die vergangenen Wochen zurück und konnte diesbezüglich auch positive Neuigkeiten vermelden. So habe sich seit der Demonstration einiges getan.

Wohnten zu diesem Zeitpunkt 207 Personen in der Unterkunft in der Donnerberg-Kaserne, so sind es mittlerweile noch 178 Menschen. „Man spürt, dass nun sehr zügig zugewiesen wird“, sagte Voigtsberger.

Natürlich wolle man den Anschuldigungen der Bewohner weiter nachgehen und — falls erforderlich — auch entsprechende Konsequenzen ziehen, machte Voigtsberger klar. Die Bewohner hatten schwere Vorwürfe gegen den Betreiber, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), erhoben und sich unter anderem über Gewalt und abgelaufenes Essen beschwert. Das DRK hatte die Vorwürfe allerdings abgestritten.

Ausschussmitglied Gabriele Halili (Linke) fragte deshalb nach, inwiefern das DRK von Seiten der Verwaltung kontrolliert werden könne. Gleich mehrmals in der Woche seien Mitarbeiter der Verwaltung vor Ort, machte Paul Schäfermeier, Leiter des Sozialamtes der Stadt, deutlich. Auch die wöchentlichen Auszahlungen werden von der Kommune übernommen und nicht vom DRK, teilte Schäfermeier außerdem mit.

Khairun Ismail machte die Mitglieder des Ausschusses außerdem auf den in Kürze bevorstehenden Ramadan aufmerksam. Am Montag, 6. Juni, startet für die Muslime die Fastenzeit. In dieser Zeit nehmen sie ihre Mahlzeiten nur noch vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang zu sich. „Das DRK hat schon entsprechende Vorkehrungen getroffen. Es wird einen angepassten Mahlzeitenplan geben“, teilte Voigtsberger den Mitgliedern des Auschusses für Soziales und Generationengerechtigkeit mit.

(se)
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